Wissenschaft der Spiritualität / Surat Shabd Yoga

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Geschichte
Die heutige Gemeinschaft der Sikhs (Sikh = Schüler) entstand ursprünglich aus den Schülern des grossen nordindischen Heiligen Nanak (15. Jahrhundert). Ihm folgten nahtlos Heilige hoher Innenerfahrung bis ins 18. Jahrhundert. Als der letzte Grosse der Innenschau, Gobind Singh, sich wegen der politischen Verhältnisse (Angriffe der Kolonialmacht England, Todesdrohungen der religiösen Autorität des damaligen islamischen Herrschers) 17 Jahre lang bis zu seinem Tode in ein Versteck in der Einsamkeit zurückziehen musste, konzentrierten sich die Sikhs nur noch auf ihre heiligen Schriften. Später folgende Grosse der Innenschau wurden wenig bekannt und daher auch wenig anerkannt.

Das änderte sich Anfangs des 20. Jahrhunderts, als der bekannte heilige Meister Baba Sawan Singh weit über 100 000 Menschen in Nordindien in die bereits von Nanak gelehrte Meditationsmethode einwies. Seine Nachfolger, beginnend mit Kirpal Singh (1894–1974), wurden nicht nur in Indien, sondern auch in der westlichen Welt, besonders in den USA, durch ihre Meditationsmethode und ihre ethische Lehre bekannt. Als gewählte Präsidenten der «Weltgemeinschaft der Religionen» («Worldfellowship of Religions») waren sie bestrebt, das gegenseitige Verständnis der verschiedenen Religionen bzw. die Zusammenarbeit zwischen den Religionen zu fördern. An einer im September 1996 von dem jetzigen spirituellen Lehrer der Bewegung Rajinder Singh (gleichzeitig Präsident der «Worldfellowship of Religions») einberufenen internationalen Konferenz, die vorwiegend solche Ziele friedlicher Zusammenarbeit verfolgte, nahmen nicht nur führende Persönlichkeiten der verschiedenen Religionen teil, als Vertreter des Christentums ein hoher Abgesandter des Vatikans und der Dekan der grössten evgl. Kirche der USA (Stephanskirche in New York), sondern darüber hinaus Menschen aus 42 Nationen, insgesamt weit über 100 000 Besucher.

Der Surat Shabd Yoga umfasst heute weit über tausend Zentren in der Welt. Schriften darüber gibt es in allen Kultursprachen, insgesamt in 52 Sprachen. Es besteht eine geistige Zusammenarbeit mit dem spirituellen Lehrer, aber keine finanzielle Bindung.

In Basel fanden während Jahren gelegentliche, dann regelmässige Meditationstreffen statt, bis sich die jetzige Gruppe bildete. Die Basler Gruppe ist eines der kleinsten Zentren. (Zum Vergleich der Gruppengrösse: Die Gruppe München umfasst rund 300 Anhänger.) Weltweit gibt es über eine Million, in der Schweiz 500, in der Region Basel 15. Jedes Alter ist vertreten.

Lehre
Der Surat Shabd Yoga (englisch «Science of Spirituality», deutsch «Wissenschaft der Spiritualität») beinhaltet eine Lehre sehr hoher Mystik auf der Grundlage tiefer Gottes- und Menschenliebe. Wie aus der christlichen Mystik ersichtlich, geht es in der Mystik vorwiegend um innere Erlebnisse grosser oder weniger grosser Gottnähe. Echte Innenerlebnisse sind, soweit den Menschen dieses Geschenk zuteil wird, bei allen dieselben. Sie unterscheiden sich nur durch verschiedene Stufen der Gottnähe. Daher sind äussere Glaubensauffassungen zweitrangig.

Erstes grosses Ziel der Innenerfahrung ist das «Übersteigen des Körperbewusstseins», identisch mit dem grossen ersten Ziel der christlichen Mystik, dem «Zentralerlebnis» (für eine genaue Beschreibung des «Zentralerlebnisses» siehe die Bücher des bekannten Zürcher evangelischen Kirchenlehrers Walter Nigg über christliche Heilige), in dem sich das Bewusstsein über den irdischen Körper erhebt, unvergleichlich klarer und umfassender wird als im irdischen Zustand und tiefe Glückseligkeit erfährt, eingehüllt und durchdrungen von innerem Licht. Ähnliches Erleben wird auch von einem Teil der aus dem klinischen Tod Zurückgekehrten berichtet.

Für das Erreichen von Innenerlebnissen, von kleinen Anfängen an bis zu diesem letzten Ziel, gibt es eine bestimmte, regelmässig durchzuführende Meditationsmethode. (Sie hier anzuführen , würde zu weit führen und eine Kurzangabe leicht zu Missverständnissen führen). Ausserdem bemüht man sich sehr ernst um die Veredelung des Charakters, u.a. um solcher Innenerlebnisse würdig zu werden.

Im Mittelpunkt steht der spirituelle Lehrer (nach uralter Tradition auch «Meister» genannt), der nicht nur das «Übersteigen des Körperbewusstseins» aus eigener Erfahrung kennt, sondern noch höherere innere Bewusstseinszustände erreicht haben muss. Aufgrund seiner eigenen inneren Erfahrung zeigt er den Anhängern den Weg zu solchen höheren Bewusstseinszuständen und hilft ihnen dabei mit Rat und Tat. Das geschieht uneigennützig und kostenlos.

Die Methode hat sich bisher als sehr segensreich für die Bewusstseinsentwicklung und Charakterbildung erwiesen. Gefahren sind keine bekannt. Die Speisevorschriften des Surat Shabd Yoga verlangen eine vegetarische Ernährung, auch ohne Eier, und verbieten Alkohol, Nikotin und Drogen.

Die Bewegung ist offen für alle. Wegen der Kleinheit der Gruppe beschränkt sich eine Mitarbeit in überkonfessionellen Gremien auf individuelle Tätigkeiten.

Organisation, Finanzen
Alle Gruppen werden von einer oder einem Gruppenbeauftragten geleitet. Der kleinen Gruppe in Basel steht zur Zeit ein Ehepaar vor. Die Gesamtleitung in jedem Land hat der/die Repräsentant/-in. In der Schweiz ist es eine Repräsentantin. Darüber steht international der spirituelle Lehrer oder Meister. Er wird von seinem Vorgänger als der spirituell (in seinen inneren Erfahrungen und in seiner ethischen Qualität) am höchsten Entwickelte unter seinen Anhängern ernannt. Die in jeder Beziehung freiwillige Zugehörigkeit zu der Bewegung entsteht nicht durch Mitgliedschaft, sondern durch die Einweisung in Lehre und Meditationsmethode. Frauen und Männer sind gleichwertig. Die Bewegung wird durch Spenden finanziert.

Es gibt zwar in Deutschland die «Wissenschaft der Spiritualität» e.V. Das ist aber nur eine Formsache, um die Spenden zu erfassen und um sie richtig für die Bewegung, aber auch für karitative Zwecke ausserhalb der Bewegung zu nutzen. Mitgliederbeiträge werden keine erhoben. Die Mitgliedschaft ist völlig unverbindlich (Formsache). Sie hat auch mit der sonstigen Zugehörigkeit zu der Bewegung nichts zu tun. In den meisten anderen Ländern ist die «Wissenschaft der Spiritualität» («Science of Spirituality») kein eingetragener Verein.

Finanziert wird mit freiwilligen Unkostenbeiträgen. Es gibt eine einfache Buchhaltung, die allen Interessierten zugänglich ist.

Versammlungslokal, Angebote, Auftreten in der Öffentlichkeit
Treffen finden wöchentlich in einem gemieteten Raum statt.

Zweimal monatlich findet eine Meditation statt.

Die Angehörigen der Gruppe leisten einander selbstverständliche Hilfe.

Im Meditationsraum ist eine kleine Bibliothek und es werden Bücher verkauft.

Bekannt gemacht wird die Wissenschaft von der Spiritualität durch Vorträge und mit Ständen an Messen in der ganzen Schweiz, an den Psi-Tagen und an der Esoterik-Messe. Für die gelegentlichen Vorträge (ein- bis zweimal jährlich) wird auch inseriert.

Literatur, Zeitschrift
Sant Rajinder Singh: Heilende Meditation. Mit einem Vorwort des Dalai Lama.

Sant Rajinder Singh: Die Weisheit der erwachten Seele.

Sant Darshan Singh: Spirituelles Erwachen. Ein Führer für die Suche nach geistiger Wahrheit. München 1987. 250 S.

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