Buddhismus in der Nordwestschweiz

Der Buddhismus ist eine der grossen Weltreligionen. Weltweit werden sich wahrscheinlich etwa 500 Millionen Menschen zu dieser Religion zählen. Wieviele in unserer Region leben, ist nur schwer abzuschätzen. Im Gegensatz zu Christentum und Islam kennt der Buddhismus keinen Absolutheitsanspruch. Dass einer am Samstag als Buddhist an einer buddhistischen Feier teilnimmt und am Sonntag in einem katholischen Kirchenchor als Katholik mitsingt, ist zwar eine Ausnahme, aber keine Unmöglichkeit. Deshalb sind diesbezügliche Zahlen nicht mehr als Vermutungen oder bestenfalls Hochrechnungen.

Als Arbeitshypothese soll hier eine Unterscheidung in drei Gruppen von Buddhistinnen und Buddhisten vorgestellt werden.

1. Buddhisten durch Geburt
Gemeint sind alle jene, die in einer buddhistischen Familie aufgewachsen sind und in dieser Religion ihre Sozialisation erlebt haben. Meist stammen sie aus Asien: Thailand, Vietnam, China, Tibet, Kambodscha, Japan. Ein grosser Teil von ihnen heiratete einen Schweizer und kam so in unser Land. Viele fanden nach ihrer Flucht hier ihren vorläufigen Aufenthaltsort oder gar ihre zweite Heimat.

2. Buddhisten durch eigene Wahl
Der Buddhismus erfährt eine zunehmende Faszination und Anziehung auf Zivilisationsgeschädigte. Die Zahl der Konvertiten ist unbekannt, aber sicher steigend. Im Gegensatz zu Konvertiten anderer Religionsgemeinschaften treffen wir hier nur wenige «Hundertfünfzigprozentige», die meinen, sie müssten die ganze Welt zu ihrem neuen Glauben bekehren. Für die überwiegende Mehrheit ist die Entscheidung für den buddhistischen Dharma etwas ganz Persönliches, das sie nicht an die Öffentlichkeit gezerrt haben möchten. So ist es durchaus normal, dass jemand weiterhin Kirchenmitglied und Buddhistin oder Buddhist ist. Besonders trifft dies auf Zen zu. Ist Zen eine Meditationstechnik oder eine Religion? Wir brauchen uns hier nicht auf eine diesbezügliche Diskussion einzulassen. Für etliche namhafte römisch-katholische Persönlichkeiten ist es klar, dass sich Christentum und Zen nicht ausschliessen. So gibt es römisch-katholische Zenmeister und sogar eine Zenmeisterin!

Westliche Buddhistinnen und Buddhisten treffen wir in unserer Region vor allem bei den tibetisch-buddhistischen Gruppen sowie den Zen-Gruppen in der Tradition von Taisen Deshimaru, der vor allem in Frankreich die Soto-Tradition lehrte. Alle uns bekannten Gruppen der Kantone Basel-Stadt und Basel-Landschaft werden im Folgenden vorgestellt.

3. Meditationstechnik
Zu dieser Gruppe sind alle jene zu zählen, die eine buddhistische Meditationstechnik praktizieren, ohne sich zum Buddhismus zu bekennen oder sogar diese Technik verwenden, um ihre eigene christliche Tradition besser ausüben zu können. So werden auch von der Römisch-Katholischen Kirche Zazen-Kurse angeboten. Daneben gibt es verschiedene Gelegenheiten, um diese Technik zu erlernen. Einen Spezialfall stellt die Verwendung von Zazen in der psychotherapeutischen Praxis dar.

Alle diese Aktivitäten vorzustellen, würde den Rahmen sprengen.

[int.Nr.: 23e1]