Der Glaube im täglichen Leben

Die Ernährung
Für Muslime gelten Speisevorschriften ähnlich wie für die Juden, sie sind allerdings weniger streng. Alkohol und Drogen sind verboten, über das Rauchen gibt es unterschiedliche Meinungen. Was vom Schwein stammt, ist auf jeden Fall unrein (haram). Aber auch andere Nahrungs- und Genussmittel können als unrein gelten. Viele Muslime essen zum Beispiel kein Brot, das tierisches Fett enthält.

Wie für Juden ist auch für Muslime der Genuss von Blut verboten. Deshalb muss ein Tier ganz ausbluten, was nur durch das Schächten möglich ist. Damit es halal (Türkisch: helal) also rein, ist, muss über dem Tier beim Schlachten der Name Gottes angerufen werden. Weil in der Schweiz seit 1893 das Schächten verboten ist, schlachten Muslime legal in Frankreich und importieren das Fleisch. Weiteres Halal-Fleisch wird aus anderen Ländern wie England importiert.

Die Behauptung, dass manche Muslime illegal schlachten, wird von Behördenseite nicht bestätigt. Dr. Gurdan, der Kantonstierarzt von Basel-Stadt, kennt aus seiner zehnjährigen Amtszeit nur eine einzige Anzeige wegen verbotenem Schlachten und diese betraf einen Italiener. Sein Baselbieter Amtskollege Dr. Bloch kennt nur einen Verstoss gegen das Schächtverbot. Es handelte sich um eine (türkische) Metzgerei, deren Inhaber 1995 wegen des Schächtens von Schafen rechtskräftig verurteilt wurde. Mehrere weitere Anzeigen entpuppten sich bei näherer Untersuchung als haltlos, so auch die gegen die Grossmetzgerei in Buckten. Beide Kantonstierärzte verweisen die Gerüchte von illegalem Schächten in der Badewanne – zumindest für ihren Zuständigkeitsbereich – in das Reich der Märchen.

Einzelne islamische Zentren organisieren selbst den Import von Halal-Fleisch aus dem Ausland und verkaufen es an ihre Mitglieder.

[int.Nr.: 21e24]