Der Glaube im täglichen Leben

Fasten im Monat Ramadan
Das Fasten im Monat Ramadan ist ein wichtiges Gemeinschaftserlebnis. In den verschiedenen Mescid oder aber daheim im Freundes- oder Familienkreis wird am Abend gemeinsam das Fasten gebrochen und gebetet. Das Fasten endet bei Sonnenuntergang. In der Mescid ruft zu diesem Zeitpunkt der Muezzin zum (Abend-) Gebet.

In manchen Mescid bringt jeden Abend eine andere Familie für alle das Essen; manchmal sind dies fünfzig und mehr Personen. Nach dem gemeinsamen Essen – nach Geschlechtern getrennt – sitzen die Gläubigen bei einem Glas Tee zusammen, bis der Hodscha mit seinen Belehrungen beginnt. In dieser Zeit treffen langsam diejenigen ein, die daheim gebetet und gegessen haben. In der nun gefüllten Mescid wird das Nachtgebet mit dem anschliessenden Ramadangebet (Teraviya namaz) verrichtet.

Manche nehmen während des Ramadan Ferien und reisen wenn möglich sogar in ihre Heimat, weil Fasten in der Gemeinschaft leichter geht.

Eine der letzten Nächte des Monats Ramadan gilt als Nacht der Bestimmung (Lailat ul-qadr). In ihr wird der Herabkunft des ersten Teils des Korans gedacht.

Der Fastenmonat endet, wenn die Neumondsichel gesichtet wird. Am darauffolgenden Tag wird Idu-l-fitr (türkisch: Ramazan Bayram) gefeiert. Das Ramadanfest, das auch das «Kleine Fest» genannt wird, dauert traditionell drei Tage. Am ersten Tag treffen sich die Männer frühmorgens in der Mescid für ein Festtagsgebet. Anschliessend besuchen sich Verwandte und Bekannte reihum. Weil die Gäste traditionell mit Süssigkeiten bewirtet werden, wird das Fest von manchen Türken auch «Scheker Bayram» – Zuckerfest – genannt.

[int.Nr.: 21e21]