«Scharia», das religiöse Gesetz

Die höchste Richtschnur allen Handelns ist für alle Muslime – Mann oder Frau – der Koran, er gilt als das unveränderliche Wort des einen Gottes. Die Propheten gelten als solche, die sehr gottesfürchtig gelebt haben, ganz speziell Mohammed. Deshalb werden seine Handlungsweise und seine Aussprüche für Fragen und Probleme, die nicht direkt aus dem Koran beantwortet werden können, als Vorbild genommen. Diese Handlungen und Aussprüche wurden in der Form von Hadithen (Ausspruch, kurze Erzählung) gesammelt und bilden die Basis der Sunna (Brauch, Überlieferung).

Der Islam regelt alle Lebensbereiche, so auch die des Zusammenlebens und die Rechtsordnung. Die Scharia, das islamische Recht, ist gleichzeitig religiöse Pflichtenlehre, Zivil- und Strafgesetz. Weil nach der islamischen Lehre Staat und Religion nicht getrennt sind, ist die Scharia in einem islamischen Staat im Idealfall gleichzeitig Religions- und Staatsgesetz.

Gesetz und Religion sind so verwoben, dass Theologie im christlichen Sinne kaum vorstellbar ist. Muslimische Theologen sind gleichzeitig Rechtsgelehrte.

Die Muslime, die in der Schweiz, also in einem nicht-islamischen Staat leben, anerkennen in ihrer Mehrheit die Gesetze dieses Staates, da sie hier unbehindert als Muslime leben können.

[int.Nr.: 21e14]