Zugehörigkeit zu verschiedenen Richtungen

Weltweit gibt es etwa eine Milliarde Menschen, die sich zum Islam bekennen. Davon sind 85–90% Sunniten, der Rest Schiiten, Aleviten und weitere Minderheiten.

In der Schweiz ist bis jetzt kein schiitisches Zentrum bekannt, obwohl mindestens 7 000 Schiiten in unserem Land leben. Die wenigen Schiiten in Basel, die öffentlich ihre Religion leben, sind in sunnitischen Zentren anzutreffen.

Die meisten Sunniten in der Region Nordwestschweiz gehören der hanefitischen Rechtsschule an. Die Zugehörigkeit zu einer bestimmten Rechtsschule ist aber in der Praxis unwesentlich.

Die Aleviten hielten sich lange bedeckt wegen der unsicheren Situation in ihrer Heimat, der Türkei. Sie wagten anfangs der Neunzigerjahre ihr coming out. 1992 wurde das erste Zentrum der Schweiz in Basel eröffnet, das schon bald zu klein wurde. Der Alevitisch-Bektaschitische Verein spaltete sich zweimal. Einer der beiden neuen Vereine hat sein Zentrum in Münchenstein, der andere in Basel.

Von 1994–1999 gab es in der Nordwestschweiz zusätzlich eine Gruppierung von kurdischen Aleviten, die vor allem an Demonstrationen präsent waren. Sie organisierten an wechselnden Orten Kulturfeste. Ein weiterer kurdisch-alevitischer Verein eröffnete 1998 sein Lokal in Basel. Heute gibt es in der Schweiz insgesamt etwa 15 alevitische Vereine.

[int.Nr.: 21e11]

Aktualisiert cpb / 24.04.03