Sufismus

Tidjaniyya

Die Zikr in der Sufitradition der Tidjaniyya sind in arabischer Sprache. Soziale Kontakte in deutsch, arabisch und französisch.

Kontakt
Fredy Aly Bollag, Kluserstrasse 24, 4054 Basel. Telefon 061 281 05 68.

Geschichte
Selbstdarstellung:
«Der Tidjanyyah-Orden ist der jüngste und letzte grosse Orden, und somit der Abschluss aller Tariqahs (Sufi-Pfade). Er wurde in den Jahren 1781/1782 von Sidi Ahmad Tidjani in ’Ain Madi (Süd-Algerien) in Folge einer Vision des Propheten Muhammad und einem direkten Auftrag von ihm gegründet. Von da an wurde er in ununterbrochener Kette überliefert an den Meister Ahmad Hampate Ba, der in Abidjan (Elfenbeinküste) lebte (ca. 1900–1991). Ihm ist die Gründung dieser Zauiah (Zweig) zu verdanken. Seit etwa 1980 finden bei der Familie Bollag lose Treffen statt. 1996 wurde die Gruppe in Basel gegründet. Seit dem Tod von Hampate Ba führt Fredy Bollag als Scheikh das geistige Erbe weiter.»

Durch die lose Struktur bedingt sind keine genauen Zahlen bekannt. In Afrika ist der Orden sehr stark verbeitet, im deutschsprachigen Raum gibt es nur einzelne Anhänger. Die (kleine) Gruppe in Basel hat Mitglieder aus der Deutschschweiz. Sie wächst langsam.

Im Dreiland ist in Mulhouse das Zentrum eines anderen Zweiges dieses Ordens.

Lehre
Selbstdarstellung:
«Der Sufi-Orden pflegt das esoterische Erbe des Propheten und Gesandten Muhammad. Voraussetzung für alles Andere ist die Schari’ah oder das islamische Gesetz, insbesondere die '5 Säulen'. Dazu kommen die Aurad (eine Art Litaneien): je 100 Mal 1) Astaghfir Ullah ('Ich bitte Allah um Verzeihung'), 2) Allahumma salli ’ala Muhammadiwwua ’ala Ali Muhammadiwwa sallim, ('Oh Allah, segne Muhammad und die Familie Muhammads und gib Frieden'), 3) La Ilaha ill Allah, ('Kein Gott ausser DEM GOTT'), und andere. Sie dienen dazu, den Geist zu reinigen und ihm zu helfen, sich ununterbrochen und ausschliesslich auf Allah auszurichten. Jeder, der gewillt ist, diese Übungen kontinuierlich zu machen, wird durch Initiation darin eingeführt; diese bedeutet den Bund mit Muhammad und somit mit Allah, dem Allmächtigen König. Es geht dabei vor allem um die sukzessive Überwindung unserer Fehler und Schwächen und um die Zurückführung unseres beschränkten menschlichen Ich-Bewusstseins auf das ursprüngliche Göttliche All-Bewusstsein. Es ist dies die innere Nachfolge des Propheten Muhammad, der in erster Linie ein vollkommener Diener und Verehrer Allahs ist; dabei muss man sein niederes 'Ich' aufgeben, um dem höheren, Göttlichen 'Ich' mit all dessen unermesslichen Kraft Platz zu machen. Wer dieses erhabene Ziel erreichen kann, wird zu einem Gefäss für den himmlischen Segen und zu einem Werkzeug Allahs auf Seiner Erde.»

Grösstmögliche Offenheit für alle religiösen Wege.

Organisation
Bollag hat als Scheich persönliche Schülerinnen und Schüler, die er ehrenamtlich zum Zikr anleitet. Die Gruppe hat nur informelle Strukturen. Jeder Muslim und jede Muslima kann Mitglied werden. Dabei müssen die Ordensregeln beachtet werden. Weil Treffen in privaten Wohnungen stattfinden, besteht kein Finanzbedarf.

Versammlungslokal, Angebote, Auftreten in der Öffentlichkeit
Treffen finden in der Wohnung der Familie Bollag oder bei anderen Mitgliedern des Ordens statt. Am Freitag vor Sonnenuntergang findet der Zikr des Ordens statt. Meistens monatlich einmal am Samstagabend treffen sich seine Schülerinnen und Schüler und interessierte Gäste zu Gebet und Zikr. Geistige Betreuung durch den Scheikh.

Es gibt keine öffentliche Werbung, nur persönliche Einladungen.

Literatur, Zeitschrift
Amadou Hampaté Bâ. Vie et enseignement de Tierno Bokar. Le Sage de Bandiagara. Éditions du Seuil. ISBN 2-02-005657-7.

Brenner Louis: West African Sufi.The Religious Heritage & Spiritual Search of Cerno Bokar Saalif Taal. Berkeley and Los Angeles 1984. (215 p., 2 fotos, 1 map). S.39–45.

Zusammenfassung der Lehren von Tijani. (Diss. von Christian Bonaud). (Nicht im Handel; ein Exemplar befindet sich bei Fredy Bollag).

[int.Nr.: 1014]