Halacha: Der jüdische Weg

Das jüdische Gesetz in seiner Gesamtheit wird Halacha genannt, was bedeutet, «der Weg, den man beschreitet». Halacha ist Praxis, nicht Theorie, Halacha ist Recht, nicht Philosophie. Obgleich Glaube die Grundlage ist, aus der die Halacha sich entwickelt, ist ihre Hauptbetonung – die Tat. (Donin, 31).

Es gibt keinen Bereich des Lebens, der nicht von Halacha eingeschlossen würde. Basis der Halacha ist die Tora, in der 613 religiöse Pflichten aufgeführt werden. Die Auslegung und Anwendung der biblischen Gesetze ist im Talmud nachzulesen. Der Talmud ist eine Sammlung und Niederschrift von Diskussionen – in den Lehrhäusern Jerusalems und Babylons geführt und durch Jahrhunderte fortgesetzt. Die Redaktion des Talmud im fünften Jahrhundert bedeutete einen wichtigen Markstein in der religionsgeschichtlichen Entwicklung, aber keineswegs deren Abschluss. Eine reichhaltige Literatur religionsphilosophischen und religionsgesetzlichen Inhalts legt Zeugnis ab von der bis auf den heutigen Tag andauernden lebendigen Weiterentwicklung jüdischen Gedankengutes. (Schwarz, S. 3)

Die Halacha ist die jüdische Art und Weise, den jüdischen Lebensweg zu sichern und zu verewigen. Wenn man die Halacha unbeachtet lässt oder ablehnt, so verschwindet der jüdische Lebensweg allmählich, meint Schwarz (S. 35).

[int.Nr.: 20e2]