Das jüdische Haus

Um in Basel Häuser zu entdecken, die von Juden bewohnt werden, braucht es eine grosse Aufmerksamkeit, weil die Unterschiede sehr gering sind. Wenn wir ein Haus oder eine Wohnung betreten, die von Juden bewohnt wird, sehen wir am rechten Türpfosten eine Mesusa. Dies ist die Hülle für eine Pergamentrolle, die zwei Abschnitte aus der Tora enthält.

Meistens findet sich die Mesusa nur bei Häusern, die nur von Juden bewohnt werden, schon aussen bei der Haustüre. Die beiden jüdischen Metzgereien und die Gemeindehäuser haben aussen auch Mesusot.

Das Gemeindehaus an der Thannerstrasse 60 wurde als jüdisches Wohn- und Zweckgebäude geplant. Deshalb hat es eine architektonische Eigenheit. Die Balkone sind versetzt angeordnet, so dass kein Balkon überdacht ist. So kann jeder Balkon verwendet werden, um darauf für das Laubhüttenfest eine «Sukka» errichten zu können. Für diese Laubhütten ist vorgeschrieben, dass man nachts die Sterne sehen kann und der Regen durchkommen kann.

Literatur
Donin: Kapitel 8: «Die Zeichen des Bundes: Liebe und Verehrung», Abschnitt M’susa, S. 162–164.

Donin: Kapitel 14: «Sukkot», S. 259–265.

Die Synagoge

Eine Synagoge ist jedes Gebäude und jeder Raum, der zum Beten bestimmt ist. Obwohl die grosse Synagoge Ecke Leimenstrasse/Austrasse und diejenige an der Ahornstrasse von aussen so gegensätzlich sind, erfüllen sie beide den gleichen Zweck. Die Synagoge ist ein Ort, der heilig ist nur durch das, wofür er benutzt wird, nämlich Gebet und religiöses Lernen.

Eine Synagoge enthält als Minimalausstattung einen Toraschrank, ein Ewiges Licht und einen Tisch, auf dem die Tora gelesen wird. Für die männlichen Gottesdienstbesucher stehen Bänke mit nummerierten Sitzen und je einem Pult, in dem das Gebetbuch aufbewahrt wird. Eine Empore dient als Frauenabteilung.

In den Synagogen werden die täglichen Gottesdienste und Gebete gehalten.

(Donin: Kapitel 9 «Die Synagoge: Treffpunkt der Juden», S. 192–215).

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