Tod und Begräbnis; der jüdische Friedhof

Ein eigener jüdischer Friedhof ist sehr wichtig. Nur die Erdbestattung ist erlaubt, die Kremation ist verboten. Juden kennen die immerwährende Grabesruhe. Zu einer jüdischen Gemeinde gehört wenn immer möglich ein eigener Friedhof. So hatten auch die ersten jüdischen Gemeinden von Basel ihre Friedhöfe. Der erste wurde 1349 zerstört, der zweite, 1394 errichtete, hatte nur kurzen Bestand, weil 1397 die Juden Basel fluchtartig verliessen.

Die 1805 gegründete IGB hatte keinen Friedhof und musste deshalb ihre Toten in Hegenheim beerdigen. Die Bemühungen, einen eigenen Friedhof zu errichten, wurden 1888 von der Basler Regierung abgelehnt, weil «kein genügender Grund vorliege, zu Gunsten einer einzelnen religiösen Genossenschaft eine Ausnahme zu machen». Als es dank der Initiative von fünf Gemeindegliedern der IGB gelang, Land an der Burgfelderstrasse direkt an der Landesgrenze zu kaufen, gaben das Sanitätsdepartement, der Gesamtregierungsrat und der Grosse Rat ihre Zustimmung, so dass 1902 der Weg frei war für die Errichtung des heutigen Friedhofs, der schon ein Jahr später eröffnet werden konnte.

Rechtlich gesehen gehört der Friedhof der IGB. Die IRG beteiligt sich finanziell, so dass sie ihre Toten auch hier begraben können.

Literatur
Rabbiner Dr. I.M. Levinger: Der letzte Weg. Vorschriften, Gebete und Gedanken zum Thema Tod und Trauer. Basel 1991. (128 S.).

Theodor Nordemann: Zur Geschichte der Juden in Basel. Jubiläumsschrift der Israelitischen Gemeinde Basel aus Anlass des 150jährigen Bestehens. 5565–5715. 1805–1955; bes. S. 102–112.

Donin: Kapitel 21: «Tod und Trauer», S. 305–318.

Rabbiner I.M. Levinger: Der letzte Weg. Vorschriften, Gebete und Gedanken zum Thema Tod und Trauer. Basel 1991. (128 S.).

[int.Nr.: 20.03]