Marriage Encounter (ME)

Kontakt
Für die deutschsprachige ME-Gemeinschaft in der Schweiz:
Charlotte und Andreas Moor, reformiertes Pfarramt, Arisdörferstrasse 7, 4414 Füllinsdorf. Telefon 061 901 10 65.

Pater Kajetan Kriech, Kapuzinerkloster, 9050 Appenzell.
Telefon 071 787 33 23.

Für die spanische ME-Gemeinschaft in der Schweiz:
Araceli und Miguel Castillejos, Mühlhauserstrasse 12, 4056 Basel.
Telefon 061 382 42 19.

Pater Luis Capilla, Rosenweg 1, 7302 Kloten. Telefon 01 814 35 25.

Adresse Infostelle: Susanne und Andre Bernet, Im Meyerhof 8,
5620 Bremgarten. Telefon 056 633 83 84.

Adresse Dokumentationsstelle: Myrta und Wolfram Fischer-Schmitter, Steigstrasse 12, 9116 Wolfertswil. Telefon 071 390 04 48.

Geschichte
ME entstand als katholische Aufbruchbewegung von Laien und Priestern im Anschluss an das Zweite Vatikanische Konzil. Hinter ME steckt ein grosses seelsorgerliches Anliegen: Die Vision, dass viele Paare ihre Sehnsucht nach einer liebenden Beziehung verwirklichen können. Gabriel Calvo hat damit 1962 in Spanien begonnen und brachte es 1966 in die USA. Dorrt entwickelte Chuck Gallagher, ein Jesuit, zusammen mit Ehepaaren das ME-Wochenende, um vor allem Paaren zu helfen, ihre Beziehung zu vertiefen und zu verlebendigen. Als es 1972 nach Europa kam, legte der belgische Kardinal Suenens Wert darauf, dass ME eine offene, lebendige Bewegung bleibt, zugänglich für Paare unterschiedlicher Konfessionen und Glaubensstile. Neben katholischen ME-Gemeinschaften entstanden weltweit auch evangelische, anglikanische und jüdische. Seit 1981 gibt es ME auch in der Schweiz.

Die weltweite Bewegung hat sich seit 1972 in über 15 europäische Länder verbreitet. In der Schweiz ist Marriage Encounter klein. Die Zeitung wird an ca. 300 interessierte Paare und Seelsorger verschickt. In der Schweiz gibt es auch noch eine spanisch sprechende ME-Gemeinschaft und in der Diplomatenstadt Genf eine englisch sprechende. Die welsche ME-Gemeinschaft arbeitet mit Frankreich zusammen. Und der Tessin wird von Italien aus betreut.

Es liegt nicht viel statistisches Detailmaterial vor. Immerhin kann gesagt werden, dass im Jahr 1998 in der Schweiz drei Einführungswochenenden durchgeführt wurden, in Europa 265
und weltweit 2 400. In Europa nahmen daran 3 600 Paare, weltweit
41 400 Paare teil.

Lehre
Marriage Encounter – kurz ME – bedeutet Begegnung in der Ehe. ME möchte Eheleute anregen, eine bewusste und sinnreiche Ehe zu führen.

Die Ehe kann gelingen, wenn die Kommunikation auf allen Ebenen – Dialog, Sexualität, Gebet – gepflegt wird. Ein solcher Lebensstil steht auch zeichenhaft für die Erneuerung der Kirche.

Da es immer mehr konfessionsverbindende Ehepaare gibt, wird Ökumene auch an ME-Wochenenden sehr konkret gelebt. Obwohl ME seine Wurzeln in einem katholischen Glaubensverständnis hat, war es möglich, dass neuerdings ein protestantisches Paar zusammen mit einem katholischen Priester die nationale Verantwortung in der Schweiz wahrnahm. Es wird angestrebt, das ME-Wochenende auch in einer evangelischen Fassung anzubieten.

Organisation, Finanzen
Marriage Encounter versteht sich als Bewegung; eine formelle Mitgliedschaft gibt es nicht. Die Aktivitäten werden von ehrenamtlichen und freiwilligen Ehepaaren und Seelsorgern getragen. Es gibt regionale und nationale Verantwortliche. Deren Amtsperiode dauert zwei bis drei Jahre. Die Verantwortlichen der nationalen ME-Gemeinschaften pflegen dreimal im Jahr in europäischen Treffen Kontakt. Es gibt auch einen ME-Weltrat, worin die kontinentalen Gemeinschaften miteinander vernetzt sind.

In der deutschen Schweiz ist ME eine ökumenisch offene katholische Gemeinschaft. 1996 wurde ein evangelisches Paar zusammen mit einem katholischen Priester in die nationale Verantwortung gerufen.

Was an Finanzen nötig ist, wird durch Spenden gedeckt. Die Jahresrechnung liegt offen und deren Eckwerte werden in der ME-Zeitung publiziert. Die Gelder werden verwendet zum Druck der Zeitung und von weiteren Drucksachen, zur Deckung der Spesen des Europateams im Weltrat und zur Verbreitung von ME in Osteuropa und in anderen Kontinenten.

Versammlungslokal, Angebote, Auftreten in der Öffentlichkeit
ME ist nicht an spezielle Einrichtungen gebunden. ME-Wochenenden finden in Bildungshäusern statt, Regionaltreffen in Pfarreiheimen, Basisgruppentreffen abwechslungsweise bei den beteiligten Ehepaaren.

ME lädt Eheleute unterschiedlicher Herkunft und Lebenserfahrung zu einem 2 1/2tägigen Wochenende der Begegnung und Zwiesprache im Paar ein. Es ist nach einer weltweit einheitlichen Struktur aufgebaut. An diesem Wochenende geben zwei bis drei leitende Ehepaare und ein Priester kurze Impulse zum persönlichen Gespräch im Paar; auf Gespräche in Gruppen wird bewusst verzichtet. Die Themen sind: Wer bin ich? Wo stehe ich? Wie geht es uns als Paar? Wie leben wir Zärtlichkeit und Sexualität? Was bedeutet es, sich füreinander zu entscheiden und einander in Verantwortung zu lieben? Was hat Gott mit unserer Ehe zu tun?

Zum Wochenende sind auch Priester und Ordensleute als Teilnehmer eingeladen. Denn ähnlich wie das Ehesakrament sind auch Priesterweihe und Ordensprofess Sakramente der Beziehung, das heisst Orte und tägliche Gelegenheiten, wo Gottesnähe in Beziehungen erfahrbar werden kann. ME gibt Anregungen, die Beziehung zur Gemeinschaft zu vertiefen und in vertrauensvoller Verbundenheit zu leben. Nach dem Wochenende sind die Paare frei, das Erlernte zu Hause selbständig weiter zu pflegen. – Weiterbildungsangebote und ME-Ehepaargruppen können weitere Anstösse zur Vertiefung der partnerschaftlichen Beziehung geben.

Nebst der Möglichkeit, verantwortliche Paare in den Regionen zu kontaktieren, besteht eine zentrale Informationsstelle über das Wochenende. Diese nimmt auch die Anmeldungen entgegen. 1998 wurde zusätzlich eine Dokumentationsstelle geschaffen. Dort werden vorhandene Publikationen gesammelt und neue Unterlagen erstellt.

Es werden zwei Kanäle benutzt, um Ehepaare über das angebotene Wochenende zu informieren und sie dazu einzuladen: Einerseits wird mittels Kurzeinsendungen in Pfarrblättern auf die Wochenenden aufmerksam gemacht und von Zeit zu Zeit wird in Zeitschriften und Zeitungen über ME berichtet. Andererseits wird die Mund-zu-Mund-Propaganda gepflegt. In Ländern ohne ME-Gemeinschaften werden auf Anfrage Wochenenden von ausländischen Teams gegeben.

Literatur, Zeitschrift
Friederike Valentin/Albert Schmitt (Hg.): Lebendige Kirche. Neue geistliche Bewegungen. Matthias-Gründewald-Verlag, Mainz 1988. S.162–169.

Marriage Encounter Schweiz (Hrsg.): Freude und Vertiefung in der Beziehung erleben. Eine Information über die christliche Ehebewegung Marriage Encounter Schweiz. 1999, 12 S. Zu bestellen bei: Dokumentationsstelle ME Schweiz, c/o Myrta und Wolfram Fischer-Schmitter, Steigstrasse 12, 9116 Wolfertswil. Telefon 071 390 04 48 (Fr. 2.– in Briefmarken).

Diese Broschüre informiert über die Ziele, Angebote und Hintergründe von Marriage Encounter und enthält Adressen aus der deutschen Schweiz.

In der Schweiz erscheint jährlich zwei- bis dreimal eine ME-Zeitung. Sie enthält persönliche Erlebnisse und thematische Texte als Anregungen für Paare, die ein ME-Einführungs-Wochenende besucht haben. Sie berichtet von Treffen und Aktivitäten und gibt Hinweise auf die weiteren Angebote der ME-Gemeinschaft.

[int.Nr.: 1222]