Serbisch-Orthodoxe Kirche /
Serbisch-Orthodoxe Kirchgemeinde in Basel

Kontakt
Serbisch-Orthodoxe Kirchgemeinde Basel, Pfarrer Milutin Nikolic,
Hirschgässlein 38, 4051 Basel. Telefon 061 272 08 68.

Geschichte
1969 wurde die «Serbisch-Orthodoxe Kirchgemeinde Heilige Dreifaltigkeit in der Schweiz» als Kirchgemeinde für die ganze Schweiz unter dem Patronat der drei Schweizerischen Landeskirchen gegründet. Die pastorale Notwendigkeit (steigende Zahl serbischer Landsleute) und administrative Gründe führten dazu, dass der Verwaltungsausschuss und das Kirchengericht der Diözese für Mitteleuropa die oben genannte Kirchgemeinde auflöste. Seit 1994 bestehen nun in der Schweiz die folgenden Kirchgemeinden:

Serbisch-Orthodoxe Kirchgemeinde in Basel
Serbisch-Orthodoxe Kirchgemeinde in Bern
Serbisch-Orthodoxe Kirchgemeinde in St. Gallen
Serbisch-Orthodoxe Kirchgemeinde in Zürich

Im Entstehen befinden sich zur Zeit die Serbisch-Orthodoxe Kirchgemeinde in Luzern und die Serbisch-Orthodoxe Kirchgemeinde in Lausanne.

Von Anfang an wurden in Basel regelmässig Gottesdienst durchgeführt. Anfänglich in der Christkatholischen Predigerkirche, seit 1981 in der St. Alban-Kirche.

Ca. 3 000 Adressen, das heisst etwa 10 000 Gemeindemitglieder aller Alter, zunehmend mehr Junge.

Lehre
Die Orthodoxe Kirche versteht sich als die von Jesus Christus gegründete Kirche, die den Glauben der Apostel unverändert bekennt. Ihr einziges Oberhaupt ist Christus selbst. Seit der Ausgiessung des Heiligen Geistes an Pfingsten hat sie die Aufgabe, die Menschen zu einem neuen Gottesvolk zu versammeln bis ans Ende der Zeit.

Im christlichen Altertum strukturierte sich die Kirche in fünf Patriarchaten (Rom, Konstantinopel, Alexandrien, Antiochien und Jerusalem). 1054 schied Rom aus, dafür kamen mit der Zeit neue selbständige Landeskirchen dazu, mit Patriarchen oder Metropoliten oder Erzbischöfen als Oberhaupt.

Mittelpunkt orthodoxen Lebens ist die eucharistische Liturgie, die das Heilswerk Christi, Menschwerdung, Kreuz und Auferstehung, vergegenwärtigt. So sind Weihnachten und Ostern, das Fest der Feste, die Höhepunkte des Kirchenjahres. Beide werden durch eine vierzigtägige Fastenzeit vorbereitet, und beide Festzeiten werden je durch ein zweites Fest abgeschlossen, welches das Mysterium der göttlichen Dreifaltigkeit aufleuchten lässt; Theophanie nach Weihnachten und Pfingsten am Ende der Osterzeit. Auch vor Peter und Paul und vor dem Entschlafen der Gottesmutter gibt es je eine kleinere Fastenzeit. Einzelne Fastentage sind der Tag vor Theophanie, Enthauptung Johannes des Täufers, Kreuzerhöhung, sowie jeder Mittwoch und Freitag mit Ausnahme weniger fastenfreier Wochen. Das Fasten versteht man als geistliche Übung, um das Sinnen, Wollen und Fühlen besser auf Gott auszurichten. Die Kirche empfiehlt uns dabei, auf tierische Nahrung zu verzichten, an strengeren Fasttagen auch auf Fisch, Wein und Öl.

Zu den Gottesdiensten ist jedermann eingeladen, auch wenn nur orthodoxe Christen an der Kommunion teilnehmen können. Die Serbisch-Orthodoxe Kirchgemeinde Basel ist Mitglied der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen Basel-Stadt.

Organisation, Finanzen
Die Gemeinde ist entsprechend dem Kirchenrecht organisiert, wie alle nichtlandeskirchlichen Kirchgemeinden entspricht sie in Basel dem Vereinsrecht des ZGB. Zur Kirchgemeinde Basel gehören die Kantone Basel-Stadt und Basel-Landschaft, vom Kanton Jura die nordöstliche Hälfte, vom Kanton Aargau die Bezirke Laufenburg und Rheinfelden, vom Kanton Solothurn die Bezirke Dorneck, Gösgen, Olten Thierstein, Balsthal-Gäu und Balsthal-Tal.

Die Serbisch-Orthodoxe Kirche ist eine Landeskirche unter einem Patriarchen. Zu ihr gehören nicht nur die Diözesen in Serbien, sondern auch die serbischen Bistümer in der Diaspora. Die Serbisch-Orthodoxe Diözese für Mitteleuropa mit Sitz in D-31137 Hildesheim-Himmelsthür, Obere Dorfstrasse 12, umfasst Deutschland, Oesterreich, die Schweiz und das Fürstentum Liechtenstein. Die Entscheidungsgewalt für die gesamte Orthodoxe Kirche hat allein das Grosse Heilige Konzil. Für die Serbisch-Orthodoxe Kirche ist die Bischofssynode (die Synode aller Bischöfe) als Legislative zuständig, bzw. der ständige Heilige Synod, der aus dem Patriarchen und vier Bischöfen besteht, als Exekutive. Daneben besteht das Grosse Patriarchale Kirchengericht, dessen Beschlüsse ein Patriarchalvorstand vollzieht.

Im Bistum besteht ein Diözesan-Kirchengericht unter dem Vorsitz des Bischofs, zuständig für alle geistlichen und pastoralen Belange (zum Beispiel auch für die Gründung oder Aufteilung von Kirchgemeinden). Daneben besteht ein Diözesanvorstand oder Verwaltungsausschuss ebenfalls unter dem Vorsitz des Bischofs, zuständig für den Vollzug der Kirchengerichtsbeschlüsse und für alle administrativen und materiellen Belange.

Innerhalb des Bistums gibt es Pfarreien und Gemeinden, die in Dekanate zusammengefasst sind. Die Bischöflichen Dekane, die nicht notwendigerweise im Dekanat ansässig sein müssen, erfüllen im Auftrag des Bischofs Aufsichtsfunktionen und können den Bischof auch in seinem Auftrag vertreten.

Die Pfarrei unter Leitung des Pfarrers ist für alle geistlichen Belange zuständig, und der Pfarrer untersteht direkt dem Bischof und ist gegenüber seinen Gremien verantwortlich. Die Kirchgemeinde ist für alle administrativen und materiellen Belange zuständig. Ihre Legislative ist die Kirchgemeindeversammlung, ihre Exekutive der Kirchgemeindevorstand, dessen Präsident ein Laie sein muss. Der zuständige Pfarrer ist von Amtes wegen Mitglied des Kirchgemeindevorstandes. Der Pfarrer wird vom Bischof ernannt und eingesetzt, die Mitglieder des Kirchgemeindevorstandes werden von der Kirchgemeindeversammlung gewählt und vom Bischof bestätigt. Die Kirchgemeinde ist in ihren Belangen selbständig und dem Bischof und seinen Gremien verantwortlich.

Die Kirchgemeinde finanziert sich selbst durch freiwillige Beiträge, die Kollekte in der Kirche, den Verkauf von Kerzen und kirchlicher Literatur, sowie Kollekte bei Gemeindeveranstaltungen. Sie erhält keine sonstige materielle Unterstützung von dritter Seite. Sie benötigt das Geld für die Gehälter der kirchlichen Mitarbeiter, für die Benutzungskosten der Kirchen in Basel und Niedergösgen (ca. Fr. 20 000.-/Jahr), für die Wohnungs- und Bürokosten, Rundschreiben, Anschaffungen, u.a.

Versammlungslokal, Angebote, Auftreten in der Öffentlichkeit
Die Serbisch-Orthodoxe Kirchgemeinde in Basel hat kein eigenes Gotteshaus, sondern hält ihre Gottesdienste als Mieterin (St. Alban) bzw. Benützerin (St. Anton und St. Martin) in den folgenden Kirchen ab:
Evangelisch-reformierte Kirche St. Alban, Mühlenberg 5, Basel (zusammen mit der Griechisch-Orthodoxen Kirchgemeinde).

Christkatholische Kirche St. Anton, Niedergösgen/SO. – Christkatholische Stadtkirche St. Martin, Kirchgasse 2, Olten (nur an grossen Feiertagen, wie zum Beispiel Ostern, Weihnachten).

Die Serbisch-Orthodoxe Kirchgemeinde in Basel ist auf die Gastfreundschaft der Landeskirchen angewiesen in Bezug auf die Nutzung ihrer Kirchen und Kirchgemeinderäumlichkeiten für verschiedene Kirchenveranstaltungen.

Seit 1981 werden die Gottesdienste in der St. Alban Kirche abgehalten, vorher benützte man die Christkatholische Predigerkirche.

Basel: Kirche zu St. Alban: zweiter, vierter und fünfter Sonntag um 10.00; erster und dritter Sonntag um 18.00.

Niedergösgen: Christkatholische Kirche St. Anton: erster und dritter Sonntag um 11.00; zweiter und vierter Sonntag um 18.00.

Zusätzlich Gottesdienste an den Feiertagen um 10.00 oder 19.00.

Nach den Sonntagabendgottesdiensten findet der Religionsunterricht für die Kinder statt.

Jeder christliche Gottesdienst richtet sich selbstverständlich an den ganzen Menschen. Im orthodoxen Gottesdienst ist das besonders ausgeprägt – alle Sinne werden angesprochen. Das Auge sieht die Ikonen: Kultbilder, welche die Gegenwart der dargestellten Personen vermitteln, im Unterschied zu religiöser Malerei, die unsere frommen Gefühle anspricht. Das Ohr hört die Verkündigung der Kirche in ihren Gesängen. Auch Lesungen und Gebete werden alle gesungen, da nicht die subjektive Haltung des Vortragenden von Wichtigkeit ist. Die Nase erfreut sich am Wohlgeruch des Weihrauchs, und wir erfahren, dass wir im Gotteshaus symbolisch im Himmel sind. Der Mund kostet nicht nur die eucharistischen Gaben, er bekommt auch gesegnetes Brot am Ende jeder Liturgie, sowie verschiedene andere gesegnete Speisen im Verlauf des Kirchenjahres. Die Gläubigen verneigen sich, sie bekreuzigen sich, sie stellen Kerzen auf: für die Lebenden auf dem erhöhten Kerzenständer, für die Entschlafenen auf dem tieferen Kerzenständer.

Die schöne und würdige Feier der öffentlichen Gottesdienste steht an erster Stelle. Die mehr privaten Gottesdienste (Slava, das heisst die Feier des Hauspatrons, Taufe, Trauung, Begräbnis und Totengedächtnisse, Wasserweihe zu Hause) gehören dazu ebenso wie die Gebete für Kranke und Hilfsbedürftige.

Soziale Hilfe nach Bedarf und nach den Möglichkeiten der Gemeinde. Sie unterhält einen Hilfsfonds, der Dank der Unterstützung Schweizer Freunde in den letzten Jahren Hilfsgüter und Geld (im ganzen für über eine Million Franken) an Spitäler, Schulen, Waisenhäuser und andere Bedürftige in Ex-Jugoslawien geschickt hat.

Durch den Pfarrer: Haus und Spitalbesuche; Bestattungen meist in der alten Heimat, aber immer öfter auch in der Schweiz.

Pfarreibibliothek, Büchertisch in der Kirche.

Regelmässiger Versand der Gottesdienstordnung und weiterer Rundschreiben an alle Gemeindemitglieder. Gelegentliche Vorträge und Teilnahme an Seminarien durch den Pfarrer und andere orthodoxe Geistliche an der Universität, in Gremien der Erwachsenenbildung u.a.

Literatur, Zeitschrift
«Christus in Euch: Hoffnung auf Herrlichkeit» Orthodoxes Glaubensbuch von Susanne Hausammann und Sergius Heitz Göttingen: Vandenhoeck und Ruprecht 1994/2. ISBN 3-525-56832-0.

[int.Nr.: 1215]