Baptisten

Kontakt
Baptistengemeinde Basel, St.Johanns-Ring 122, 4056 Basel.
Telefon 061 326 16 00.

Gemeindeleiter: Roland Schaffner, Brunngasse 6a, 4202 Duggingen.
Telefon P: 061 751 57 74. G: 061 267 67 85.

Pfarrer: Jakob Sturzenegger, Lachmattstrasse 55, 4132 Muttenz.
Telefon 061 461 83 95.

http://www.baptisten.ch/basel/
baptistenbasel@baptisten.ch

Geschichte
Die Baptisten gehen zurück auf die englischen Puritaner (Separatisten) und auf Einflüsse von Täufergruppen in den Niederlanden.

1525 gründeten in Zürich Männer aus dem Umkreis Zwinglis eine staatsunabhängige Gemeinde, in der Menschen erst getauft und aufgenommen wurden, wenn sie ihren Glauben an Jesus Christus persönlich bekannten. Gleichzeitig begannen Täuferbewegungen in Süddeutschland und in den Niederlanden. Die Täufer wurden überall als «Wiedertäufer» verfolgt. In den Niederlanden konnten sie sich später frei entfalten und wurden als «Mennoniten» bekannt.

In England gab es seit 1567 kleine Gruppen, die sich von der Anglikanischen Kirche lösten. Als «Puritaner» hatten sie versucht, innerhalb der Kirche Reformen zu erreichen. Besonders sollte die Bibel als alleinige Richtschnur für Glauben, Leben und Kirchenordnung gelten, zudem sollten Staat und Kirche getrennt werden. Beides wurde ihnen verwehrt. Viele verfolgte Puritaner kamen in die Niederlande, so auch eine Gruppe unter dem früheren anglikanischen Pfarrer John Smyth, die 1608 nach Amsterdam kam und dort auch Kontakt mit Täufern fand. John Smyth gründete 1609 dier erste Baptistengemeinde in Amsterdam. Rückkehrende aus seiner Gemeinde gründeten unter Thomas Helwys 1612 in London eine Baptistengemeinde. Roger Williams gründete 1638 die erste Baptistengemeinde in Amerika (Rhode Island).

1834 gründete der Bibelmissionar Johann Gerhard Oncken in Hamburg eine Baptistengemeinde. In den Baptistengemeinden, die sich von Hamburg aus über Mittel- und Osteuropa verbreiteten, gab es sowohl reformierte wie lutherisch-pietistische Einflüsse.

1847 fand in Basel die erste baptistische Taufe an einem Mann aus Arlesheim statt. Ab 1851 sind weitere Taufen dokumentiert. Die erste Frau, die 1851 in Basel getauft wurde, war eine Frau Soller aus dem Kleinbasel; sie kam von den «Fröhlichianern», die damals nur durch Besprengen tauften.

1849 wurde eine Baptistengemeinde in Zürich gegründet; von dort aus wurden auch die anderen Baptisten in der Schweiz betreut.

1856 wurde die Baptistengruppe in Mühlhausen / Elsass selbständig und übernahm die Betreuung der Basler Baptisten, damals 22 Personen meist einfacher Herkunft. 1869–1874 gab es wegen Auseinandersetzungen um Fragen der Moral nur zwischen 3 und 6 Mitgliedern; die höchste Mitgliederzahl erreichte sie 1936 mit 127 Personen.

Heute sind es 60 Mitglieder, 12 Kinder. Zusätzlich fühlen sich etwa 50 Personen der Gemeinde zugehörig, ohne dass sie formell Mitglieder sind. Etwa 80-90 Menschen besuchen die Sonntagsgottesdienste, Tendenz zunehmend.

Lehre
Selbstdarstellung:
«Gott eröffnet den Glauben für jeden Menschen und sein Geist leitet jeden Christen und gibt Klarheit fürs Leben im Glauben. Die Gemeinde besteht aus persönlich gläubigen, freiwillig beitretenden Menschen. Die Bibel ist der einzige Massstab, Traditionen müssen an der Bibel geprüft und notfalls verändert werden.

Von den englischen Puritanern stammt das kongregationale Gemeindesystem: alle Mitglieder bestimmen gewissermassen basisdemokratisch über die Angelegenheiten der Gemeinde. Jede einzelne Ortsgemeinde ist autonom, die Bünde dienen nur als Arbeitsgemeinschaften. Daher können sich die verschiedenen Gemeinden auch stark voneinander unterscheiden.

Mitglied kann werden, wer aufgrund seines persönlichen Glaubensbekenntnis getauft ist (Glaubenstaufe). Das gilt für Jugendlichen und Erwachsene.

Ebenfalls von den englischen Puritanern kommt das massive Eintreten für Menschenrechte und Gewissensfreiheit (Trennung von Kirche und Staat, Religions- und Gewissensfreiheit auch für Andersgläubige).»

Die Gemeinde ist offen gegenüber anderen Kirchen. Sie ist Mitglied in der Evangelischen Allianz, in der Arbeitsgemeinschaft christlicher Kirchen ACK und in der Vereinigung evangelischer Freikirchen und Gemeinden VFG. Für Baptisten ist die Glaubensgemeinschaft mit Christen wichtiger als die Konfessionsgemeinschaft nur mit Baptisten.

Im Johannesquartier gibt es Treffen mit anderen Pfarren und gemeinsame Gottesdienste, z.B. zur Weltgebetswoche, dazu kommen Treffen in der Quartierallianz. Gelegentlich kommen auch Prediger anderer Gemeinden zu den Baptisten.

Organisation, Finanzen
Die Gemeinde ist als privater Verein organisiert. Gemeindeversammlungen finden ca. vier mal pro Jahr statt, und es gibt einen Vorstand (zur Zeit drei Männer und zwei Frauen) für laufende Geschäfte. Frauen und Männer sind gleichberechtigt, und zwar auch bei Predigten und religiösen Handlungen wie Taufen. Das wesentliche Kriterium für die Zugehörigkeit zur Gemeinde ist der persönliche Glaube an Jesus Christus.

Die Gemeinde gehört zum Bund der Baptistengemeinden in der Schweiz und via Bund zur europäischen baptistischen Föderation und zum baptistischen Weltbund.

Jeder gibt, soviel er will und kann; Kollekten im Gottesdienst und Spenden. Es gibt keine Zuschüsse von aussen, nur Einnahmen aus dem vom Altersheim benutzten Grundstückteil. Es gibt eine offene Jahresrechung des Vereins.

Versammlungslokal, Angebote, Auftreten in der Öffentlichkeit
Am St. Johanns-Ring 122 steht seit 1929 die Johannes-Kapelle. Sie wurde 1998 durch einen Neubau ersetzt. Angegliedert ist das «Altersheim St. Johann».

Gottesdienst am Sonntag um 10 Uhr; Kinderhüte und Sonntagsschule während der Gottesdienste.

Frauenkreis (der sich besonders um die Weltmission kümmert),

Männerkreis, Seniorennachmittage; Mittagstisch, Themenabende.

3 Bibel-Hauskreise (normalerweise alle zwei Wochen)

In den Gemeinderäumen trifft sich auch die portugiesischsprachige «Igreja Batista Brasileira em Basel».

Auf dem eigenen Grundstück, wo 1929 eine Kapelle gebaut worden war, entstand 1933 ein kleines Altersheim dazu, das in den 60er Jahren erweitert und zu einer selbständigen Stiftung Christliches Altersheim St. Johann wurde. 1996 bis 1999 Erweiterungsbau und Totalrenovation zu einem Alters- und Pflegeheim mit 72 Plätzen.

10 Prozent der Gemeindeeinnahmen werden für die Weltmission gespendet, die verbunden ist mit Entwicklungshilfe.

Für die Seelsorge ist der Pfarrer zuständig.

Das Alters- und Pflegeheim betreibt seit 1998 eine öffentliche Cafeteria.

Die Gemeinde gehört zur europäischen baptistischen Missionsgesellschaft, die vor allem in Afrika und Südamerika (dort vorwiegend mit einheimischen Mitarbeitern, unter Indianern, aber auch unter Deutschstämmigen) tätig ist, und z.B. Kinderheime führt.

In Basel sind die persönlichen Kontakte besonders wichtig, um die Gemeinde bekannt zu machen, dazu kommen der Gottesdienstkalender in der BaZ und im Heft des Verkehrsvereins. Daneben gibt die Gemeinde für besondere Anlässe Pressemitteilungen heraus.

Literatur, Zeitschrift
Nittnaus Lothar: Baptisten – Herkunft und Geschichte in Basel. Allschwil. 1998. (115 S., sw Fotos) Br

Lothar Nittnaus: Baptisten in der Schweiz -ihre Wurzeln und ihre Geschichte. Berlin 2004. (204 S.) ISBN: 3-932356-71-3

Rechenschaft vom Glauben, hrsg. vom Bund der Baptistengemeinden in der Schweiz

Brief der Baptistengemeinde Basel (monatlich)

Gemeindebote (vom Schweizer Bund, monatlich)

Baptist World (vom Weltbund, alle drei Monate)

Die Gemeinde (aus Deutschland)

Weitere Links:
Homepage des Bundes Schweizer Baptistengemeinden:
http://www.baptisten.ch

http://www.baptisten.org
Homepage der Baptisten in Deutschland.

http://www.http://baptisten.nittnaus.ch/
Private Homepage von Lothar Nittnaus zu seinen Forschungen über Baptisten

[int.Nr.: 1171]

Aktualisiert: 5.1.2004