Heilsarmee

Kontakt
Divisionshauptquartier: Schaffhauserrheinweg 75, 4058 Basel.
Telefon 061 691 11 50 (Postfach, 4021 Basel). Fax 061 691 12 59.
http://www.heilsarmee-basel.ch
dhq_nws@swi.salvationarmy.org

Nationales Hauptquartier für die Schweiz, Oesterreich und Ungarn, Laupenstrasse 5, Postfach 6575, 3001 Bern.
Telefon 031 388 05 91
http://www.heilsarmee.ch

Geschichte
Der Anfang der Heilsarmee liegt in England, genauer gesagt in den Elendsvierteln Londons.

William Booth’ der Gründer, wurde 1829 in Nottingham, England, geboren. Mit 15 Jahren stiess er auf die methodistische Bewegung, die jeden einzelnen Menschen aufrief, sich für Jesus Christus zu entscheiden, was William Booth dann auch tat. Fünf Jahre später war er bereits methodistischer Laienprediger.

Booth, der selbst aus armen Verhältnissen stammte und als junger Mann in einem Pfandleihhaus arbeitete, kannte das Elend, das Laster und die Not, die in den Elendsvierteln Londons herrschten. Alkoholismus, Prostitution und soziales Elend waren die Folgen. Da diese «Schafe ohne Hirten» nicht in die Kirche kamen, vertrat Booth die Meinung, die Kirche musse zu den Leuten gehen.

Es lag nicht in der Absicht von William Booth, eine eigene Kirche zu gründen. Als er aber die Menschen von der Strasse in die Gemeinde brachte, weigerten sich die Gemeindeglieder, diese aufzunehmen. Deshalb gründete er zusammen mit seiner Frau 1865 die «Christliche Mission Ost-Londons», die fortan ihre eigenen Gottesdienste in Form von Versammlungen auf der Strasse und in Theatersälen durchführte.

In der Schweiz ist die Heilsarmee seit 1882 tätig. Die ersten Heilsarmee-Versammlungen stiessen auf grossen, zum Teil tätlichen Widerstand. Aus diesem Grund war die Bewegung in ihren Anfangen in manchen Kantonen verboten. Schliesslich vermochte sie aber zu überzeugen und gewann die Sympathie der Bevölkerung und die Anerkennung der Behörden.

Am 2. Januar 1887 wurde die erste Gemeinde (Korps) in Basel gegründet, am 1. Mai 1887 folgte die zweite Gemeinde in der Region, in Birsfelden. Am 1. Juli 1900 eröffnete die Heilsarmee die erste Sozialinstitution in Basel, das Wohnheim für junge Frauen «Schlössli». 1906 folgten das Männerwohnheim und das Brockenhaus, 1909 das Frauenwohnheim.

- Mitglieder aller Gruppierungen: 5‘500 (Schweiz)
- Wöchentliche Besucher aller Veranstaltungen: 7'000 (Schweiz)
Entwicklung: International: zunehmende, national abnehmende Tendenz.
Rekrutierung (Vollzeiter) 70 % aus den eigenen Reihen

Altersstruktur: Guter Durchschnitt, auf alle Gemeindeangehörigen gesehen.

International: Die Heilsarmee stagniert in der «westlichen» Welt.
In Osteuropa ist ein Wiederaufbau im Gang, besonders dort, wo das Werk schon vor der kommunistischen Machtübernahme tätig war Zunahme: In Ostafrika und Korea.

Region Basel: 430 Mitglieder, Freundeskreis ca. 150; Tendenz stagnierend.

Lehre
1865, zuerst als Mission für Ostlondon, aus der Heiligungsbewegung bzw. dem Methodismus herausgewachsen. Die Aufnahme geschieht in Form der «Einreihung» unter der Fahne. Für Beichte und Seelsorge wird öffentlich zur Buss- oder Gebetsbank eingeladen. Die HA praktiziert keine Sakramente. Die Heilsarmee ist eine internationale Bewegung und Teil der christlichen Kirche. Ihre Botschaft gründet sich auf die Bibel. Dienst ist motiviert von der Liebe zu Gott. Ihr Auftrag ist es, das Evangelium von Jesus Christus zu predigen und menschliche Not ohne Ansehen der Person zu lindem.

Heilssoldaten oder Salutisten sind Männer und Frauen, die nach einer persönlichen Entscheidung für Jesus Christus und Unterweisung in der biblischen Lehre ihre Berufung darin sehen, Gott in der Heilsarmee zu dienen. In einem Gelübde erklären sie sich mit dem Glaubensbekenntnis der Heilsarmee einverstanden und versprechen, ein nach christlichen Massstäben ausgerichtetes Leben zu führen. Der Freundeskreis der Heilsarmee steht Menschen offen, die bewusst ein christliches Leben führen wollen und in der Heilsarmee ihre Gemeinde sehen.

Alle Korps gehören einer lokalen evangelischen Allianzsektion an oder sind bei der Arbeitsgemeinschaft christlicher Kirchen vertreten; dies geht weiter bis zu gesamtschweizerischen Gremien. Doppelmitgliedschaft mit Landeskirchen ist möglich. Der grösste Teil der Mitglieder sind gleichzeitig Mitglied in der Evangelisch-reformierten Kirche.

Organisation, Finanzen
Mit der Einführung der militärischen Struktur 1878 wurde aus der anfänglich nur lokal wirkenden Ostlondoner Mission eine sich sehr schnell über alle Kontinente ausbreitende Bewegung. Heute ist ein demokratischer Umgang normal geworden, auch wenn eine Art militärische Hierarchie geblieben ist und es sogar immer noch Offiziersgrade bis zum General, dem internationalen Leiter, gibt. Ein Land oder Territorium (Schweiz, Österreich und Ungarn) wird von einem Kommissär (Landesleiter) und seinem Stellvertreter geleitet. Sie werden dabei von Abteilungsverantwortlichen für die Bereiche Evangelisation, Sozialwerk und Verwaltung+Ressourcen unterstützt. Die Evangelisationsarbeit wiederum ist in der Schweiz in 4 Divisionen (Distrikte mit ca. 15 Korps) aufgeteilt. Eine Gleichstellung der Frau besteht faktisch in allen Belangen. Schon zwei Mal stand eine Frau an der Spitze der weltweiten Heilsarmee.

Für unsere Region sind vier Bereiche zu unterscheiden:

1. Korps (=Gemeinde) finanziell und organisatorisch weitgehend autonom).

2. Division (=Bezirk Nordwestschweiz) Administration.

3. National. Das Sozialwerk wird für die ganze Schweiz zentral geleitet.

4. International (betrifft vor allem die Offiziersschule).

Voraussetzung für die Mitgliedschaft ist ein klares Bekenntnis zu Jesus Christus, Abstinenz, aktive Mitarbeit.

Voraussetzung für die Mitgliedschaft ist ein klares Bekenntnis zu Jesus Christus, Abstinenz, aktive Mitarbeit. Das Korps (Ortsgemeinde) lebt primär von den freiwilligen Beiträgen der Mitglieder (Zehnten) und den Versammlungskollekten. Weitere Finanzquellen sind der Schriftenverkauf (stark rückläufig), die öffentlichen Sammlungen (meistens zweckbestimmt), Bazaren usw. Die Topfkollekte wird zum Beispiel für die Soziale Beratungsstelle verwendet. Das Zehnten-System kommt in der ganzen Struktur zum Tragen. So liefert das Korps seine 10% an die Division, diese wieder an den nationalen Hauptsitz ab, usw. Mit dem «Jahres- und Finanzbericht» wird öffentlich Rechenschaft abgelegt.

Versammlungslokal, Angebote, Auftreten in der Öffentlichkeit
Korpshäuser (siehe bei den Gemeinden) mit Räumen für Gottesdienst, Frauen- und Jugendarbeit.

Tagungs- und Erholungszentrum «Waldegg» in Rickenbach BL: In dieser Heimstätte werden Ferienwochen, resp. Schulkolonien für Jugendliche, andere Gruppen, sowie interne Weiterbildungskurse durchgeführt. Je 50 % sind von der Heilsarmee und von Aussenstehenden belegt.

Divisionshauptquartier: Schaffhauserrheinweg 75, 4058 Basel. Drei Bereiche werden hier für die Nordwestschweiz betreut: Gemeinden, Frauenarbeit und Jugendarbeit.
http://www.nws.heilsarmee-basel.ch

Brocki Basel, Breisacherstr.45, 4057 Basel. Telefon 692 80 26
http://www.brockitiv.heilsarmee-basel.ch

Sozialberatungsstelle Breisacherstr.45, 4057 Basel.
Telefon 061 272 00 07
http://www.sozialberatung.heilsarmee-basel.ch

Frauenwohnheim, Alemannengasse 7, 4058 Basel. Telefon 061 681 34 70
http://www.frauenheim.heilsarmee-basel.ch

Männerheim Rheinblick, Rheingasse 80, 4058 Basel.
Telefon 061 681 21 30
http://www.rheinblick.heilsarmee-basel.ch

Wohnheim Schlössli, Eichhornstr.21, 4059 Basel. Telefon 061 335 31 10
http://www.schloessli.heilsarmee-basel.ch

Kinderheim Holee, Holeestr.62, 4054 Basel. Telefon 061 301 24 50
http://www.kinderheim-holee.ch

Ein Heilsarmee-Korps weist ein vielfältiges Programm auf: Sonntagsgottesdienste, Seelsorgedienst, kirchliche Handlungen, biblischer Unterricht (mit Abschluss), Bibelstudium, Gebetszusammenkünfte, Evangelisationseinsätze, Veranstaltungen für Kinder, Frauen und Senioren, Musikübungen. Jedes Korps hat mehrere Hauskreise.

Soziale Beratungsstelle für Menschen mit Schwierigkeiten:
Beratung und finanzielle Hilfe. (Frobenstr.18, 4053 Basel.
Telefon 061 272 00 07).

Besuchsdienst in Gefängnissen
Zuerst ist denen, die in irgend einer Form einem Korps (Lokalgemeinde) angegliedert sind, durch die Korpsoffiziere und ihren Mitarbeitern, Seelsorge angeboten, dann aber auch Hilfesuchenden, die sich anlässlich der Strassen- oder Wirtschaftsmission und der Heim- und Gefängnisbesuche an die Salutisten wenden.

«Die Heilsarmee ist eine internationale Bewegung und Teil der christlichen Kirche. Ihre Botschaft gründet sich auf die Bibel. Ihr Dienst ist motiviert von der Liebe zu Gott. Ihr Auftrag ist es, das Evangelium von Jesus Christus zu predigen und menschliche Not ohne Ansehen der Person zu lindern».

Die Brockenstuben haben mehrere Funktionen: Geldbeschaffung für soziale Institutionen, Beschäftigung für randständige Menschen, günstiges Angebot von Gebrauchtwaren, Überangebot von Kleidern werden ins Ausland geliefert und von der Heilsarmee verteilt (z.Z. vor allem Ungarn und Ukraine).

Die Heilsarmee tritt immer noch, wenn auch in veränderter Form, in der Öffentlichkeit auf: Singen in Gaststätten, durch Versammlungen und Konzerte im Freien und anlässlich von besonderen Aktionen, wie die Topfkollekte. In Heimen, in sozialen Beratungsstellen und auch in Brockenstuben geschieht Missionsarbeit.

Der Einsatz in der äusseren Mission ist in den letzten Jahren wieder steigend, besonders auch in Zusammenarbeit mit Werken wie «Brot für die Welt». Dazu kommt der Einsatz mit Hilfsgütern und Personal nach Osteuropa.

Literatur
Die Heilsarmee in der Schweiz. Siegeszug einer Friedensarmee. Bern. o.J. Revidierte Auflage der Jubiläumsbroschüre.(164 S., sw + Farbfotos) PB

«Jesus, der Mensch in der Fülle des heiligen Geistes» (J. Larsson)

«Heilsarmee» (Broschüre)

Bausteine, Eck- und Stolpersteine. Heilsarmee? Heilsarmee! Bern o.J. (8 S., Abb.) Br

The Salvation Armee Year Book (jahrbuch; jedes Jahr neu mit Übersicht über die Heilsarmee weltweit und national, mit Statistiken etc.)

Collier Richard: Der General Gottes. William Booth. Die Geschichte der Heilsarmee. Schweickhardt, Lahr-Dinglingen 1985. (297 S., sw Abb)

Zeitschrift
Zeitung der Heilsarmee /Journal de l'Armee du Salut (Vierzehntäglich; nach aussen gerichtet

«Der Salutist / Le salutiste» (Vierzehntäglich; interne Zeitschrift)

«A Propos» (Vierzehntäglich; deutsch, für Gesellschaft und Familie)

Klecks (Kinderzeitschrift, gemeinsam mit der Evangelisch-Methodistischen Kirche, deutsch) und Just4you (Jugendzeitschrift, französisch)

[int.Nr.: 1158]

Aktualisiert: 16.12.2004