Pilgermission St. Chrischona,
Evangelisches Gemeinde- und Missionswerk

Kontakt
Pilgermission St. Chrischona, Evangelisches Gemeinde- und Missionswerk, Direktion, Chrischonarain 200, 4126 Bettingen/Basel.
Telefon Zentrale 061 646 41 11, Telefon Direktwahl 061 646 45 02.
Fax Direktwahl 061 646 45 73.
Karl Albietz, Direktor Pilgermission 061 646 45 01.
Medienstelle: Andrea Vonlanthen, 061 646 45 55.
Theologisches Seminar St. Chrischona, Schulsekretariat,
Chrischonarain 200, 4126 Bettingen. Telefon 061 646 44 26.
Fax 061 646 45 75.

Geschichte
1840 begann Christian Friedrich Spittler (1782–1867) in der Kirche St. Chrischona mit der Ausbildung junger Männer für den missionarischen Dienst. Schon seit 1801 war Spittler Sekretär der «Deutschen Christentumsgesellschaft» in Basel. Neben der Pilgermission entstanden auf seine Initiative auch andere Werke, 1815 die Basler Missionsgesellschaft, 1820 die Kinderrettungs- und Lehrerbildungsanstalt in Beuggen, 1830 die Taubstummen-anstalt in Beuggen, später in Riehen, 1846 das Kinderspital in Basel, 1852 das Diakonissenhaus in Riehen u.a. Er wollte mit seiner «Pilgermission» der zunehmenden Säkularisierung ein Mittel entgegensetzen. Die «Pilgermissionare» sollten mit dem Evangelium von Jesus Christus «zu den Leuten» gehen.

Unter seinem Nachfolger Carl Heinrich Rappard (ab 1868) entstand das Prediger- und Missionsseminar und damit die erste nichtakademische theologische Ausbildung im deutschen Sprachraum. Als Folge ihrer ausgedehnten Tätigkeit entstanden innerhalb der evangelischen Kirche «Gemeinschaftskreise» – die ersten 1869 in der Schweiz, 1875 in Deutschland und 1876 in Frankreich. Sie wurden nach dem Namen der Ausbildungsstätte «Chrischona-Gemeinschaften» genannt. Von 1909–1946 leitete Rappard’s Schwiegersohn Friedrich Veiel das Werk. 1909 wurde in einem damals progressiven Schritt eine Bibelschule für Frauen gegründet. 1925 entstand das Diakonissen-Mutterhaus. Leiter von 1947–1967 war Hans Staub, dann bis 1991 Edgar Schmid. Seit 1991 leitet Karl Albietz das Werk.

Im Laufe der Zeit entstanden über 30 verschiedene Werke der inneren und äusseren Mission. Neben dem Theologischen Seminar gibt es das Diakonissen-Mutterhaus, eine Hotel- und Heimkette, den Brunnenverlag und über 20 verschiedene Buchhandlungen. In sechs verschiedenen Ländern gibt es 175 Chrischona-Gemeinden.

Insgesamt 170 Gemeinden mit ca. 26 000 Mitgliedern und
220 hauptamtlichen Predigern. Gemeinde auf der Chrischona selbst: ca. 100 Mitglieder. Knapp 100 Diakonissen. Mitarbeiter auf der Chrischona: gegen 20.

Am Theologischen Seminar: über 20 Dozenten, ca. 150 Studenten, vor allem aus der Schweiz und Deutschland.

Lehre
Die Pilgermission St. Chrischona ist ein evangelisches Werk und versteht sich als Teil der weltweiten Gemeinde Jesu Christi.

Glaubensgrundlage ist das Apostolicum (Apostolisches Glaubensbekenntnis) sowie das Glaubensbekenntnis der Evangelischen Allianz und die sogenannte «Lausanner Erklärung».

A) Der eine Herr
Im Mittelpunkt steht das Bekenntnis zu Jesus Christus, dem Herrn und Erlöser, dem lebendigen Sohn Gottes und Haupt seiner Gemeinde. Mit den Kirchen der Reformation verbindet die Gewissheit, dass der Mensch allein durch den Glauben an Jesus Christus Rettung erfährt.

B) Das eine Wort
Die Bibel ist die alleinige Autorität und Richtschnur in allen Fragen des Glaubens und der Lehre, des Dienstes und des persönlichen Handelns. Sie ist Offenbarung des Willens Gottes.

C) Der persönliche Glaube
Gottes Heilsangebot in Vergebung und Erlösung durch Christus erfordert die Antwort des Menschen. Diese Antwort muss jeder für sich selbst geben und im Glauben Gottes Geschenk persönlich annehmen.

D) Die Gemeinde der Glaubenden
Der Aufnahme in die Freikirche geht die persönliche Heilserfahrung, das Bekenntnis des Glaubens an Jesus Christus und die freie Entscheidung zur Mitgliedschaft in einer örtlichen Gemeinde voraus. Mit der Mitgliedschaft verbindet sich eine aktive Beteiligung am Leben der Gemeinde und verantwortliche Mitarbeit durch persönliches Engagement auf verschiedenartigste Weise. Die Gemeinden werden allein durch die absolut freiwilligen finanziellen Beiträge ihrer Mitglieder und Freunde getragen.

E) Der Auftrag zur Mission
Weil das Evangelium allen Menschen gilt, ist der Ruf zur Hinwendung zu Gott und in die Gemeinde eine vordringliche und weltweite Aufgabe. Das erlebte Heil wirkt sich im teilenden und helfenden Dienst am Mitmenschen aus.

F) Das zukünftige Reich Gottes
Die Wiederkunft Jesu bewahrt vor Resignation im Blick auf die Nöte dieser Welt. Sie hilft, die Verantwortung in unserer Gesellschaft wahrzunehmen. Sie schützt aber auch vor der Illusion, in eigener Kraft das Paradies auf Erden zu schaffen. Sie schenkt die Freude auf eine Zukunft in der neuen Schöpfung, wo Christus sichtbar Herr seines Reiches sein wird.

Zusammenarbeit mit anderen Kirchen
In der Schweiz und in Frankreich gilt die Pilgermission als evangelische Freikirche; in Deutschland ist sie ein freies Werk innerhalb der evangelischen Landeskirche. Chrischona zählt sich zur Evangelischen Allianz. In der Schweiz gehört sie dem «Verband evangelischer Freikirchen und Gemeinden» (VFG) an, in Deutschland dem «Gnadauer Gemeinschaftsverband».

Die Pilgermission unterstützt aus Überzeugung die Zielsetzung, Aufgaben und Bestrebungen der Evangelischen Allianz. Das Bekenntnis der Evangelischen Allianz bildet die Grundlage für die Zusammenarbeit auf überdenominationeller Basis.

Der Oekumenische Rat strebt zwar seiner Verfassung nach keine institutionelle Vereinigung aller Kirchen zu einer einheitlichen Weltkirche an, wurde aber mit zunehmender Institutionalisierung immer mehr zu einem kirchenpolitischen Machtfaktor. Zudem wurde der Einfluss politischer (Theologie der Befreiung) und synkretis-tischer Tendenzen für die Arbeit des Oekumenischen Rates bestimmend. Die Pilgermission lehnt diese Tendenzen und daher auch eine Mitgliedschaft im Ökumenischen Rat der Kirchen ab.

Da die katholische Kirche in ihrer Lehre von vielen unbiblischen Lehren (Primat des Papstes, Sakramentalismus, Verdienstlichkeit der Werke, Heiligenverehrung, Mariologie) nicht abrückt, rät die Pilgermission ihren Gemeinden, von einer Zusammenarbeit mit der römisch-katholischen Kirche abzusehen.

Da es der Pilgermission um eine bewusste, aber gleichzeitig respektvolle und nicht aufdringliche Mission geht, nicht nur um einen Dialog mit anderen Religionen, kann sie nicht an interreligiösen Veranstaltungen teilnehmen, bei denen die Unterschiede zwischen den Religionen heruntergespielt werden.

Organisation, Finanzen
In der Schweiz (wie in Frankreich) gilt Chrischona als Freikirche und gehört zum Verband der Freikirchen und Gemeinden (VFG), in Deutschland ist es ein freies Werk innerhalb der evangelischen Kirche. Die Pilgermission ist seit einiger Zeit als juristischer Verein organisiert (mit Vorstand, Delegiertenversammlung etc.). Jede Gemeinde schickt Delegierte entsprechend ihrer Grösse, diese wählen den Vorstand.

Es gibt keine staatlichen Zuschüsse. Die Pilgermission lebt ausschliesslich von Gaben. Es gibt auch Gaben direkt für die Missionen. Das Diakonissen-Mutterhaus lebt von der Arbeit der Diakonissen und ist wirtschaftlich selbständig.

Es wird jährlich eine Rechnung veröffentlicht.

Versammlungslokal, Angebote, Auftreten in der Öffentlichkeit
Die Pilgermission auf St. Chrischona besteht aus einem ganzen Komplex von Gebäuden, zu denen eine Kirche, Schulgebäude, Wohnhäuser für Angestellte, Dozenten und Studenten, ein Landwirtschaftsbetrieb, ein Gästehaus, ein Diakonissenhaus etc. gehören.

Zweige des Gemeinde- und Missionswerks:
Theologisches Seminar: Das Theologische Seminar soll auf einen vollamtlichen Dienst für Gott vorbereiten. Es gibt verschiedene Studiengänge: Pastoraler Dienst/Gemeindeaufbau (fünf Jahre), Transkulturelle Mission, Katechetik, Diakonie (drei Jahre und zwei Jahre Aufbaustudium). Zum Studium gehört auch ein Praktikum in einer Gemeinde oder einer Einrichtung entsprechend dem Studienzweig. Die ledigen Studenten wohnen in der Regel auf St. Chrischona. Das Studiengeld beträgt pro Jahr 4000 Franken daneben werden einige Wochenstunden praktische Mitarbeit im hauswirtschaftlichen Bereich und den verschiedenen Werkstätten erwartet.

Kurzbibelschule für ehrenamtliche Mitarbeiter in Gemeinden: Diakonissen-Mutterhaus, in dem gläubige Frauen in Glauben-, Lebens- und Dienstgemeinschaft leben. (Siehe unter Diakonissen).

Weitere Zweige der Pilgermission: Der «Verein Chrischona Hotel und Heime Schweiz» betreibt neun Heime und Hotels, dazu vier Heime der Diakonissen; auf St. Chrischona befindet sich der Gästebetrieb der Pilgermission St. Chrischona (vor allem für den Internatsbetrieb sowie für Gruppen und Konferenzen).

Restaurant Waldrain, ein Ausflugs- und Familienrestaurant neben der Pilgermission auf dem Chrischonaberg.

Einzelaktionen von Studenten zum Beispiel in Verbindung mit der Mitternachtsmission Basel und anderen Einrichtungen.

Die Dozenten sind zur Begleitung der Studenten verpflichtet, jeder Dozent leitet einen studentischen Hauskreis.

Brunnen-Verlag, gibt evangelistische Literatur auf biblischer Grundlage heraus. Die Basler Buchhandlung des Brunnen-Verlags Brunnen BibelPanorama befindet sich am Spalenberg 20. Der Brunnen-Verlag wurde 1921 gegründet und ist als selbsttragender Verein organisiert.

Die Medienstelle auf der Chrischona äussert sich in der Öffentlichkeit mit Leserbriefen, Artikeln, Presseinformationen.

Die Chrischona-Mission ist ein eigener Zweig der Pilgermission. Seit der Gründung der Pilgermission waren «Chrischonabrüder» in der äusseren Mission tätig. Lange Zeit war Äthiopien das Haupt-missionsgebiet. Heute gibt es kleine Missionen in Südamerika, Afrika, Russland (Aufbau eines theologischen Seminars im Kaukasus). Viele, die in der Pilgermission ausgebildet wurden, arbeiten später auch bei anderen Missionswerken, besonders bei der Deutschen Missions-Gemeinschaft. Schwerpunkt ist die theologische und methodologische Ausbildung von Mitarbeitern, daneben gibt es auch einige Projekte sozialen Charakters.

Literatur, Zeitschrift
Bücher des Brunnen-Verlags:

Edgar Schmid (Hrsg): Wenn Gottes Liege Kreise zieht, 150 Jahre Pilgermission St. Chrischona, 1840–1990. Basel/Giessen: Brunnen, 1990.

Klaus Haag: Handlanger Gottes, Biographie von Christian Friedrich Spittler.

Der Verlag in Giessen gibt vor allem Bücher zur Theologie und Kinderbücher heraus, der kleinere Verlag in Basel Bücher allgemein zum Christsein.

Chrischona Magazin: Monatlich erscheinendes Gemeinde- und Familienmagazin.

Chrischona aktuell: Informationsblatt des Theologischen Seminars (vierteljährlich).

Blickpunkt: Info-Blatt des Missionarischen Dienstes (vier- bis sechsmal jährlich).

Les nouvelles de l’Union: Information in französischer Sprache (vierteljährlich).

aufwärts: monatlich erscheinendes missionarisches Verteilblatt.

Global: Info-Blatt der Chrischona-Mission (vierteljährlich).

Ferie-Zytig: Info-Blatt des Schweizer Zweiges Hotels und Heime (vierteljährlich).

[int.Nr.: 1139]