Don Camillo

Kontakt
Communität Don Camillo, Montmirail, 2075 Thielle.
Telefon 032 756 90 00.
B. u. S. Schubert-Prack, Hammerstrasse 161, 4057 Basel.
Telefon 061 681 79 60.

Geschichte
Don Camillo entstand aus einer Jugendarbeit in Riehen. 1977 wurde die Kommunität gegründet. Ihr Name stammte von der Jugendband Don Camillo und wurde übernommen, weil er eingängig und nicht schwerfällig ist. Einen wichtigen Impuls zur Gründung von Don Camillo gab die evangelisch-lutherische Bruderschaft der Christusträger. Die Kommunität wurde gegründet, um eine engere Gemeinschaft zu finden als jene der normalen Gemeinde in Riehen. Die ersten Mitglieder von Don Camillo stammten aus Riehen und waren durch die Athmosphäre dieser reichen Gemeinde geprägt. Doch später stiessen auch Menschen mit anderem sozialen Hintergrund zu Don Camillo.

Die Gemeinschaft suchte den Kontakt mit den Benediktinern von Mariastein, um das liturgische Stundengebet zu erlernen. Diese Erfahrung weckte das Interesse an der monastischen Tradition, doch wurde auch klar, dass die Regeln, die für ein Zusammenleben unter dem Zölibat geeignet sind, für Familien weniger taugen.

1980 zog die Kommunität ins Quartier der Thomasgemeinde und beteiligte sich am dortigen charismatischen Aufbruch.

Von 1983 an lebten eine bis zwei Familien der Kommunität in Angola, als «envoyés du Departement Missionnaire» der reformierten Kirchen der Romandie.

1987 wurde das Gut von Montmirail gefunden. Die dortige Gemeinschaft ist heute wichtiger als die Kommunität in Basel, die nurmehr eine Aussenstation von Montmirail ist. Zur Zeit ist Don Camillo in Basel praktisch ein Hauskreis, allerdings pflegt er im Unterschied zu anderen Hauskreisen eine gemeinsame Kasse.

In Basel: eine Familie mit Kindern. In Montmirail 15 Familien mit Kindern und eine Ledige, die bewusst im Zölibat lebt. Das Alter der Erwachsenen liegt zwischen 24 und 52.

Lehre
Die Mitglieder von Don Camillo gehören als bekennende Christen trotz einer Spiritualität, die sich auf den Pietismus bezieht, zur Landeskirche. Die Kommunität ist auch beeinflusst von der charismatischen Bewegung. Der bei diesen übliche Einbezug der Laien wird positiv gesehen, doch ihr Kirchenbegriff als zu eng empfunden. Die Kommunität ist auch nicht streng bibeltreu und sie befürwortet den Pluralismus der Landeskirche, auch wenn deren Toleranz oft nicht mehr als Offenheit, sondern als Orientierungslosigkeit erscheint. Auch die Idee der Befreiungstheologie von «Gottes vorrangiger Option für die Armen» beeinflusste die Kommunität.

Eine «poetische» Selbstbeschreibung: «Menschen wie Du und ich. Ganz andere Menschen. Anders als Du und ich. So anders wie Du und ich. Menschen, die nicht zusammenpassen. Unberechenbar. Ausgerechnet diese Menschen sind zusammen. Passen sich unangepasst aneinander. Was sie von Gott halten? Dass er sie hält. Versuchen bescheiden zu leben mit höchsten Ansprüchen. Wären gerne vielfältig einfältig. Möchten gerne alles teilen. Nur sich mitteilen fällt schwer. Waren schon oft am Ende. Fangen am Ende neu am Anfang an.»

Aus dem Prospekt von Montmirail: «Die Communität Don Camillo hat das Ziel, dass ihre Mitglieder als verantwortliche und reife Christen lernen, Gott zu lieben und Ihm in den Nächsten zu dienen. Wir wollen Verantwortung übernehmen im Blick auf unser persönliches Leben, sei es in der Familie, in einer Gemeinschaft von ledigen Geschwistern, sei es im Blick auf die Welt, in der wir leben.

Unsere Lebensweise, unsere Arbeit und unser Feiern sollen davon zeugen, dass wir gehört haben und glauben, dass Jesus Christus gegenwärtig ist, uns seinen Frieden schenkt und uns den Weg zum Leben zeigt. Wir bemühen uns darum, die Gute Nachricht zur Sprache zu bringen; so soll in anderen Menschen das Vertrauen auf Gott erwachen, wachsen und sich festigen.

(…) Weil Gott, der Dreieinige, aber selber wesenhaft Beziehung ist, leben wir in Gemeinschaft. Sie soll uns helfen, der Vereinsamung und der Vermassung gleichermassen zu entgehen.»

Dabei wird nicht nur auf die geistliche Dimension Wert gelegt, sondern auch auf die ökonomische und ökologische (den Ansprüchen der Überflussgesellschaft Grenzen setzen) ebenso wie auf die soziale (Randgruppen), auf Beziehung (Gemeinschaft als Laboratorium für Beziehungen) und Kultur.

Don Camillo ist von seiner Identität her klar reformiert, doch gibt es Kontakte mit Katholiken (zum Beispiel den Benediktinern, bei denen sie das liturgische Singen erlernten). Prinzipiell ist Don Camillo für alle Kontakte innerhalb des Christentums offen. Über das Christentum hinaus haben sich bisher keine Kontakte ergeben.

Organisation, Finanzen
Gesamtschweizerisch als Verein organisiert. Es wird kein Unterschied zwischen den Geschlechtern gemacht. Bezüglich der Taufe gibt es keine einheitliche Praxis.

Die Kommunität in Basel führt eine gemeinsame Kasse.

Die Kommunität in Montmirail hat finanziell nichts mit den Leuten in Basel zu tun. Sie existiert durch Spenden und Einnahmen aus dem Betrieb. Es gibt eine offene Jahresrechnung im Rundbrief.

Versammlungslokal, Angebote, Auftreten in der Öffentlichkeit
Zentrum in Montmirail: Gutsbetrieb mit 12 Hektaren Land.

Basel: Benützung der Josephskirche und Matthäuskirche, private Räumlichkeiten.

Liturgisch gesungene Stundengebete im Rahmen des Projekts «ökumenische Präsenz» mehrmals pro Woche in der Josephs- und Matthäuskirche; in Montmirail regelmässig.

In Montmirail: Gästehaus; gschützte Arbeitsplätze; verschiedene Veranstaltungen wie Eheseminare, Schweigeretraiten, Familienretraiten etc. Aussenkontakte durch Gemeindebesuche, Einsätze von einzelnen oder einer Gruppe bei Tagungen etc. Kontakte entstehen zum Beispiel wenn die Band der Don Camillo in Montmirail in Gemeinden auftritt.

Zeitschrift
Rundbrief

[int.Nr.: 1059]