Evangelisch-methodistische Kirche, EMK

Kontakt
Regionale Leitung:
Urs Eschbach, Distriktsvorsteher, Eichenstrasse 1, 4054 Basel. Telefon / Fax 061 301 14 08.

Informationsbeauftragter: Andy Schindler, Postfach 105, 4027 Basel. Telefon 061 301 59 07.

Geschichte
Die methodistische Bewegung entstand in der ersten Hälfte des
18. Jahrhunderts in England. John Wesley, ein anglikanischer Pfarrer, bildete mit einigen Freunden an der Universität Oxford eine Gruppe, die sich durch besondere Ernsthaftigkeit im Glauben und durch grosses soziales Engagement auszeichnete. Dieser Gruppe wurde der Spottname «Methodisten» gegeben. Die Bewegung breitete sich aufgrund ihrer Glaubwürdigkeit rasch aus und erreichte bald Nordamerika. Von dort kamen ausgewanderte Deutsche und Schweizer nach Europa zurück und bezeugten den bei den Methodisten gefundenen lebendigen Glauben. 1860 begann Ludwig Nippert seine Tätigkeit in Basel.

Seit 1784 ist die methodistische Bewegung als Kirche organisiert. 1968 schlossen sich die damalige Evangelische Gemeinschaft und die Methodistenkirche zur Evangelisch-methodistischen Kirche (EMK) zusammen.

Statistik der Evangelisch-methodistischen Kirche:

Basel ca. 1 000 Mitglieder und weitere Zugehörige

Schweiz ca. 15 000 Mitglieder und weitere Zugehörige

Weltweit ca. 20 Millionen Mitglieder und weitere Zugehörige

Weltbund methodistischer Kirchen:
Weltweit ca. 60 Millionen Mitglieder und weitere Zugehörige

Entwicklungstendenzen:
In der Schweiz aufs Ganze gesehen leicht sinkend; einzelne Gemeinden zunehmend. Weltweit spürbar wachsend. Dort, wo sich der Nachwuchs aus den eigenen Reihen rekrutiert, ist die Tendenz abnehmend; dort, wo Gemeinden wachsen, werden bisher der Kirche fernstehende Leute zum Glauben an Christus geführt.

Die Altersstruktur der EMK-Gemeinden in der Schweiz entspricht etwa derjenigen unserer Bevölkerung ohne die durch die zugezogenen Ausländer bewirkte Verjüngung.

Lehre
Massgebende Grundlage für das Leben und den Dienst der EMK ist das Wort Gottes, wie es der Kirche in der Bibel anvertraut ist. Die EMK kennt drei Kriterien, mit deren Hilfe sie die Bibel liest und deren Botschaft in die heutige Zeit überträgt: Die Tradition, die Erfahrung und die Vernunft.

In der Gemeinschaft der christlichen Kirchen fasst die EMK den Glauben zusammen im apostolischen GIaubensbekenntnis.

In der Praxis des kirchlichen und des persönlichen Alltags stehen folgende Punkte der biblischen Botschaft im Vordergrund:

Gottes Gnade gilt allen Menschen und alle Menschen bedürfen der Gnade, um zu einem sinnerfüllten Leben zu gelangen.

Der christliche Glaube ist ein in Christus begründetes, persönliches Vertrauensverhältnis des Menschen zu Gott, das in der Abkehr vom Bösen und der Hinkehr zu Gott seinen Anfang nimmt (Busse, Bekehrung, Rechtfertigung). Im Glauben an Christus empfängt der Mensch Vergebung und Erlösung.

Das Leben im Glauben ist ein stetiges «sich ausrichten» auf den im Bibelwort geoffenbarten Willen Gottes und zeichnet sich aus durch Freude und Friede (Wiedergeburt, Heiligung).

Die Kirche ist eine Gemeinschaft, wo verbindliche Zusammengehörigkeit gelebt wird und wo die Verkündigung des Evangeliums und die in sozialem Engagement tätige Nächstenliebe zum normalen Alltag gehören.

Taufe: In der EMK wird sowohl die Taufe von Kindern als auch die von Erwachsenen praktiziert. Eltern, die ihren Kindern die Entscheidung über die Taufe überlassen wollen, bringen ihre kleinen Kinder zu einer Segnungsfeier in die Kirche. Die EMK anerkennt die Taufe aller anderen christlichen Kirchen.

Dass die EMK eine eigene Kirche ist, beruht zunächst auf der historischen Entwicklung. Heute erlebt ein Besucher die EMK im Vergleich zur reformierten Landeskirche als verbindlicher in der Gemeinschaft und aktiver im Gemeindeleben. Im Vergleich mit den anderen Freikirchen zeichnet sich die EMK in der Regel durch grössere Offenheit und mehr soziales und politisches Engament aus. Die EMK erhebt keinen Absolutheitsanspruch. Sie versteht sich als einen Teil der vielfältigen und weltweiten Kirche Jesu Christi.

Für die EMK ist ökumenische Offenheit von grundlegender Bedeutung. Schon der Gründer, John Wesley, verstand den Methodismus immer als Reformbewegung innerhalb der Anglikanischen Kirche. Er blieb sein Leben lang Pfarrer dieser Kirche. Die Gründung der EMK geschah eigentlich gegen seinen Willen und hatte vorwiegend organisatorische Gründe und weniger lehrmässige Differenzen zur Ursache.

Heute hält die methodistische Kirchenordnung fest: «Als Methodisten reagieren wir auf den theologischen, biblischen uned praktischen Auftrag zur Einheit der Christen, indem wir uns der Schau der christlichen Einheit auf örtlicher, nationaler und globaler Ebene verpflichten».

Als Mitglied des Oekumenischen Rates der Kirchen, der Konferenz Europäischer Kirchen, des Schweizerischen Evangelischen Kirchenbundes, der Arbeitsgemeinschaft christlicher Kirchen sowie der Evangelischen Allianz versucht die EMK, diesen Auftrag umzusetzen.

Eine Doppelmitgliedschaft mit der Evangelisch-reformierten Kirche Basel-Stadt ist möglich. Doppelmitglieder zahlen nur die halbe reformierte Kirchensteuer.

Organisation, Finanzen
Die EMK ist eine weltweite Gemeinschaft, zu der alle Menschen unabhängig von ihrer Rasse, ihrer Nationalität oder ihres gesellschaftlichen Standes gehören können. Wer durch sein persönliches Bekenntnis des Glaubens als Mitglied in eine Ortsgemeinde aufgenommen wird, ist zugleich Mitglied der weltweiten Kirche.

Jede Ortsgemeinde hat einen demokratisch gewählten Vorstand (Bezirkskonferenz). Die Ortsgemeinden eines Landes oder etwa 60 bis 80 Gemeinden einer Region bilden zusammen eine Jährliche Konferenz (Synode), die aus allen Pfarrern und gleichviel gewählten Gemeindegliedern besteht. Die Konferenz tagt einmal im Jahr und steht unter der Leitung des Bischofs.

Mehrere Jährliche Konferenzen bilden miteinander eine Zentralkonferenz, die ebenfalls unter der Leitung des Bischof einmal in vier Jahren tagt. Sie wählt den Bischof und gibt die für ihr Gebiet angepasste Kirchenordnung und die liturgischen Hilfen für die Gestaltung der Gottesdienste heraus.

Alle Zentralkonferenzen sind in der Generalkonferenz zusammengefasst, die auch einmal in vier Jahren tagt und die gemeinsamen Grundlagen der ganzen Kirche wie die Glaubensartikel, die Anforderungen für die Mitgliedschaft und für das Pfarramt und die Organisationsformen für die Kirche festlegt.

Die EMK wird finanziell getragen durch freiwillige Gaben und Kollekten. Die meisten Mitglieder geben regelmässige Monatsbeiträge und Kollekten in den Gottesdiensten. Der gesamte Finanzhaushalt der EMK in der Schweiz beläuft sich auf ca. 20 Millionen Franken pro Jahr. Davon werden ca. 50% für die Entlöhnung der Pfarrer, Pfarrerinnen und Gemeindehelferinnen aufgewendet, ca. 35% für die Sicherstellung der kirchlichen Aktivitäten in den Gemeinden und ca. 15% für kirchliche Entwicklungszusammenarbeit in der äussern Mission.

Die Entlöhnung der Pfarrer und die äussere Mission werden über eine gesamtschweizerische Zentralverwaltung abgewickelt. Die kirchlichen Aktivitäten auf Gemeindeebene werden durch die Einzelgemeinde geplant, durchgeführt und finanziert.

Jede Gemeinde legt über ihre Finanzen an einer öffentlichen Kirchgemeindeversammlung Rechenschaft ab. Die Rechnung der Zentralverwaltung und der äussern Mission wird an der Tagung der Jährlichen Konferenz (Synode) zur Genehmigung vorgelegt.

Versammlungslokal, Angebote, Auftreten in der Öffentlichkeit
In allen Gemeinden finden am Sonntagvormittag Gottesdienste und Veranstaltungen für Kinder statt. Wochentags sind Gemeinschaftsnachmittage, Bibelstudien, Hauskreise, Jugendveranstaltungen, Frauengruppen etc. auf dem Programm. Genaue Angaben sind bei den Pfarrern erhältlich.

Missionsbazare und andere Veranstaltungen werden jährlich durchgeführt. Genaue Angaben dazu in den Gemeindeprogrammen.

Diakonische Institutionen:
Diakonat Bethesda, Gellertstrasse 144, 4052 Basel.
Telefon 061 315 21 21.
Direktor: Josua Buchmüller, Pfarrer, Gellertstrasse 144.
Telefon 061 315 21 31.
– Glaubens-, Lebens- und Dienstgemeinschaft der Diakonissen
– Bethesda Spital
– Krankenheim für Langzeitpatienten
– Schule für Gesundheits- und Krankenpflege
– Schule für Physiotherapie

Alterszentrum Wesley-Haus, Hammerstrasse 88, 4057 Basel.
Telefon 061 686 66 60. Leiterin: Frau E. Eschbach-Stamm.

Alterssiedlung, Klingentalstrasse 58.

Altersheim und Pflegeabteilung, Hammerstrasse 88.

Die Pfarrerinnen und Pfarrer sind für beratende Begleitung ausgebildet und von der Kirche mit dem Dienst der Seelsorge beauftragt. Sie stehen allen Ratsuchenden zur Verfügung (in der Regel unentgeltlich) und können im Bedarfsfall Kontakte zu andern Fachpersonen vermitteln.

Einzelne Gemeinden führen kleine Leihbibliotheken, in denen christliche Bücher und gute Allgemeinliteratur gratis ausgeliehen werden kann.

Die EMK in der Schweiz unterhält missionarische Partnerschaftsbeziehungen mit Kirchen in Bulgarien, Ungarn, Tschechien, Slowakei, Polen, Makedonien und der Republik Jugoslawien. Auf dem afrikanischen Kontinent werden Missionswerke in Algerien, Zaire und Zimbabwe, in Lateinamerika in Argentinien, Bolivien und Chile, sowie im Fernen Osten in Kambodscha finanziell und personell unterstützt.

Literatur, Zeitschrift
Kurze Information über die EMK. Zürich 1988. 24 S.

Schütz: Wir lieben unsere Kirche. Zürich 1978. 115 S.

Steckel/Sommer (Herausg.): Geschichte der EMK. Stuttgart 1982.
350 S.

Klaiber/Marquardt: Gelebte Gnade. Stuttgart 1993. 450 S.

EMK Schweiz; KIRCHE + WELT (erscheint vierzehntäglich).

Lokale EMK-Gemeinden: Fast alle Gemeinden haben ihr Informationsblatt, das in der Regel alle zwei Monate erscheint. Auskunft bei den Pfarrern.

[int.Nr.: 1008]