Christkatholische Kirche / Altkatholische Kirche

Kontakt
Basel-Stadt:
Diakonin Karin Schaub, Telefon 061 322 43 57
Pfarrer Dr. Michael Bangert, Telefon 061 322 49 78
michaelbangert@web.de
http://www.chrikabs.ch/

Basel-Landschaft
Pfarrer Christoph Bächtold, Vereinshausstrasse 4, 4133 Pratteln,
Telefon 061 821 92 79

Allschwil-Schönenbuch
Pfarrer Viktor Jungo, Schönenbuchstrasse 8, 4123 Allischwil,
Telefon 061 483 92 25

Laufen
Pfarrer Fredy Soder, Baselstrasse 22, 4242 Laufen,
Telefon 061 761 12 93

Die Zentrale der Christkatholischen Kirche in der Schweiz:
Willadingstrasse 39, 3003 Bern.
Telefon 031 351 35 30, Fax 031 352 95 60
Bischof Fritz-René Müller

sekretariat.bischof@christkath.ch
http://www.christkath.ch

Geschichte
Die christliche Kirche hat in ihrer Geschichte oft eine Neuorientierung nötig gehabt. Immer wieder gab es Gruppen, die an den ursprünglichen Auftrag erinnerten und sich dafür einsetzten. Als im Verlauf des 19. Jahrhundert die päpstlichen Machtansprüche immer deutlicher wurden, haben verschiedene Gruppen an die eigentliche Aufgabe der Bischöfe von Rom erinnert: Sie sollten «Erste unter Gleichen» sein und die Kommunikation der Liebe in der Gesamtkirche fördern und schützen. Doch mit der übereilten Dogmatisierung der päpstlichen Unfehlbarkeit auf dem I. Vatikanischen Konzil (1870) haben zentralistische und restaurative Kräfte ein Kirchenverständnis konstruiert, das die Beziehung zu den orthodoxen Kirchen schwer beschädigt und in der Westkirche neue kirchliche Bewegungen hervor rief. Letztlich lassen sich die «päpstliche Unfehlbarkeit» und der sog. «Jurisdiktionsprimat» (das unanfechtbare Richteramt des Papstes) als eine unangemessene Angstreaktion auf die Aufklärung, sowie die tiefgreifenden Veränderungen im gesellschaftlichen, politischen und wirtschaftlichen Bereich verstehen.

In der Schweiz sammelten sich ab 1871 eingeständige und einsichtige Männer und Frauen, Laien und Geistliche, um die «Freiheit der Kinder Gottes» in der katholischen Kirche zu schützen. Sie wurden wegen ihres Widerstandes gegen das unhistorische Unfehlbarkeits-Dogma schwer diffamiert und kirchenintern unter Druck gesetzt. Das Jesus-Wort «Die Wahrheit wird euch frei machen!» (Joh 8,32) hat sich für die Gründung der Christkatholischen Kirche bewährt. Die Verpflichtung auf die spirituellen Quellen und die synodale Verfassung der frühen Kirche sind zum Kennzeichen der neuentstandenen Kirche geworden. Ein sinnerfülltes, religiöses Leben sollte für alle in der Spannung von Eigenverantwortung und Kirchenbezug ermöglicht werden. Das Neue Testament spricht von der "Nachfolge Jesu" und vom Gehen in seinen "Fußstapfen". Den verpflichtenden Maßstab bildet die frohmachende und in die Weite führende Botschaft von Jesu von Nazareth. In Lehrfragen werden auch die Allgemeinen Kirchenversammlungen der ersten Jahrhunderte akzeptiert. Spätere Veränderungen an der Glaubenssubstanz sind aus Sicht der Christkatholischen Kirche unnötig und nicht zulässig.

Auf diese Weise wurden wichtige demokratische Elemente für die Gesamtkirche bewahrt. Die Christkatholische Kirche betont die Kompetenz aller getauften und ihre Geistbegabung. Daher wird die Gemeinde in zentralen Teilen von Laien geleitet: So übernehmen Gemeindeglieder wichtige Aufgaben in der Organisation der Führung und der Prägung der Gemeinde und der Kirche. Im Zuge der Auseinandersetzungen mit der römischen Kurie kam es 1872 zur Gründer der Christkatholischer Gemeinden. Ab 1873 entstanden auch in der Region Basel selbständige Gemeinden in denen sich vor allem liberale, aufgeschlossene Katholiken sammelten.

In Basel wurden 1911 Kirche und Staat getrennt. In der Folge erhielten die Evangelisch-reformierte und die Christkatholische Kirche den Status von öffentlich-rechtlichen Körperschaften.

Basel-Stadt
Nach der Kantonsstatistik hat die Kirche ca. 550 Mitglieder. Darüber hinaus zählen sich weitere ca. 300 Menschen zur Gemeinde.

Zur Zeit gibt es mehr Todesfälle als Taufen, aber weitaus mehr Beitritte als Austritte.

Basel-Landschaft
1100 Mitglieder.

Lehre
Nach dem Grundsatz des Theologen Vinzenz von Lerin (+ um 450) wird der Begriff «katholisch» weit aufgefasst: Katholisch ist das, was überall, immer und von allen geglaubt worden ist, und daran, nicht an eng verstandenen und interpretierten Einzelheiten, ist festzuhalten. Auch ein Wort des Kirchenlehrers Augustinus (354– 430) ist für die Christkatholische Kirche wegleitend geworden: «Im Notwendigen Einheit – in Zweifelsfällen Freiheit - in allem die Liebe.»

Die Konzilien der Alten, ungeteilten Kirche waren Synoden, an denen die Fragen des Glaubens, der Lehre und der Lebensgestaltung erörtert und diskutiert wurden, bis man zu einer Lösung, zum gemeinsamen Weg (Synodos), gefunden hatte. Der Ortsbischof führte lediglich den Vorsitz. Er war der «Primus inter pares» (Der Erste unter Gleichen). Somit konnte er auch kein Machtwort sprechen.

Es ist ein Hauptanliegen der Christkatholischen Kirche, einerseits die altkirchliche Katholizität zu praktizieren und andererseits eine moderne katholische Kirche unabhängig von den Machtansprüchen Roms zu bilden.

Die Kirchen der Region sind in der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen, in der Christlich-Jüdischen Arbeitsgemeinschaft sowie bei den Christlich-Jüdischen Projekten.

Mitarbeit in ökumenischen Institutionen der Stadt Basel. Die Christkatholischen Gemeinden fördern den Prozess der Oekumene, unter anderem auch durch gemeinsame Gottesdienste.

Weltebene: im Oekumenischen Rat der Kirchen. Der Bischof der Schweiz ist Mitglied im Weltkirchenrat.

Organisation, Finanzen
Die Christkatholische Kirche ist in Basel-Stadt und Basel-Land verschieden organisiert.

In Basel-Stadt ist die Christkatholische Kirche eine öffentlich-rechtliche Körperschaft. Ihre Legislative ist die Kirchgemeindeversammlung, ihre Exekutive der neunköpfige Kirchenrat.

Im Kanton Baselland sind die Evangelisch-reformierte, die Römisch-katholische und die Christkatholische Kirche als Landeskirchen anerkannt. Die Landeskirchen und ihre Kirchgemeinden sind öffentlich-rechtliche Körperschaften mit eigener Rechtspersönlichkeit.

In Basel-Land gibt es den Landeskirchenrat, Kirchgemeinderäte in den einzelnen Gemeinden und die Kirchgemeindeversammlung.

In der Schweiz sind die Synode und der Synodalrat das oberste Organ. Der Bischof ist Mitglied mit beratender Stimme; er ist für Glaubensfragen zuständig und kümmert sich in Verbindung mit den Kirchgemeinden um Personalfragen.

Die Zulassung von Frauen zu den Weiheämtern wurde nach eingehender Diskussion von der Christkatholischen Kirche bejaht. So arbeiten in der Seelsorge sowohl Diakoninnen als auch Priesterinnen mit ihren männlichen Kollegen zusammen. Eine verpflichtende Verbindung von Weihe und Zölibat gibt es nicht. Die modernen Mariendogmen (Unbefleckte Empfängnis, Leibliche Aufnahme Mariens in den Himmel) werden in ihrer Engführung abgelehnt.

Mitglied wird man durch die Taufe; die Taufen anderer Kirchen werden anerkannt.

Finanziert wir die Christkatholische Kirche in Basel-Stadt durch Kirchensteuern und freiwillige Spenden, im Kanton Basel-Landschaft durch Kirchensteuern und kantonale Subventionen. Die Gemeinden verwalten ihre Finanzen selbst und legen jährlich die Rechnungen offen, die von einer Finanzkommission geprüft werden.

Versammlungslokal, Angebote, Auftreten in der Öffentlichkeit
Die Christkatholische Kirche verfügt über mehrere Gebäude in Basel und der Region:

Basel
Predigerkirche Am Totentanz und der Formonterhof an der St.Johanns-Vorstadt 27.

Allschwil
Alte Dorfkirche St.Peter und Paul und das Kirchgemeindehaus an der Schönenbuchstrasse 8.

Laufen
Stadtkirche St.Katharinen und das Pfarrhaus an Allmendstrasse 27.

Der Gottesdienst der Kirchgemeinde Birsigtal findet in Therwil in der St.Anna-Kapelle statt.

Die Kirchgemeinde Basel-Land hat ihr Kirchgemeindehaus an der Vereinshausstrasse in Pratteln

Gottesdienste: Sonntage und Feiertage, sowie zu besonderen Anlässen (Zeiten im Kirchenzettel der Tageszeitungen)

Meditationsgruppe

Glaubensgespräche

Seniorennachmittage

Chor der Predigerkirche

Eltern-Kinder-Treffen

Männergruppe

Vorträge

Jugendtreff

Sakraler Tanz

Geistliche Konzerte

Für die Diakonie sind eine Gruppe von Gemeindegliedern und der Frauenverein zuständig. In Situationen inner und äusserer Not steht die Diakonin zur Verfügung.

Regelmäßig werden die Kranken in den Spitälern von den Seelsorgern besucht.

Die Seelsorge geschieht durch 4 Pfarrer und eine Diakonin.

Mehrfach im Jahr werden alle alten, kranken und leidenden Gemeindeglieder zu besonderen Segensfeiern in die Predigerkirche eingeladen.

Im Gespräch mit den Seelsorgern können eigene Fragen diskret besprochen werden, diese Gespräche können auch die Form einer persönlichen Feier der Versöhnung annehmen.

Ein weiteres Angebot ist der Christkatholische Schriftenverlag, Doris Dubath, St. Johanns-Vorstadt 27, 4056 Basel.

Kirchenzettel in der BaZ.

Christkatholisches Kirchenblatt.

Werbung in Basel Live, Baslerstab.

«Predigerdybli»: 4mal jährlich, Gemeindeblatt.

Zu bestimmten Anlässen auch persönliche Einladung.

Das Christkatholische Hilfswerk arbeitet Ländern Osteuropas, Asiens und Afrikas und unterstützt die Mission der Anglikanischen Kirche.

Literatur, Zeitschrift
Urs Küry: Die Altkatholische Kirche. Stuttgart 1966

Christkatholisch. Die Christkatholische Kirche der Schweiz in Geschichte und Gegenwart. Zum 100-Jahr-Jubiläum der Christkatholischen Kirchgemeinden Solothurn. Hrsg. von der Christkatholischen Kirchgemeinde Solothurn. Zürich, Einsiedeln, Köln 1978.

Christkatholisches Kirchenblatt

Predigerdybli (Basel)

Internationale kirchliche Zeitschrift

Christkatholisches Jahrbuch

Weitere Links
http://www.christkath.ch/international.htm

Linkliste zu Christkatholischen Kirchen im Ausland.

[int.Nr.: 1007]

Aktualisiert cpb: 24.9.2003