Neuapostolische Kirche

Kontakt
Neuapostolische Kirche der Schweiz, Postfach 335,
Kasinostrasse 10, 8032 Zürich.
Telefon 043 268 38 38
http://www.nak.ch

Geschichte
In den dreissiger Jahren des 19. Jahrhunderts wurden in England durch Offenbarung des Heiligen Geistes zwölf Apostel berufen. Später folgten weitere Apostel in anderen Ländern. In der Folge entstand die Neuapostolische Kirche, die sich über alle Grenzen hinweg ausbreitete. Seit Ende des letzten Jahrhunderts wurden Gemeinden in Deutschland, der Schweiz (1895), in Österreich, Frankreich, Holland und in weiteren Ländern Europas, ebenso in Amerika, Australien, Asien und Afrika gegründet. Anfang der dreissiger Jahre dieses Jahrhunderts existierten bereits 1 600 Gemeinden in Europa und 220 in anderen Erdteilen. Heute ist die Neuapostolische Kirche praktisch in allen Ländern vertreten.

Die Neuapostolische Kirche zählt weltweit rund 10 Millionen Mitglieder aller Altersgruppen, Rassen und sozialen Schichten. Sie gehören etwa 60 000 Gemeinden an und ihre Anzahl wächst stetig. Allein innerhalb der letzten zehn Jahre hat sich die Zahl der Mitglieder verdreifacht. In der Schweiz leben etwa 35 000 neuapostolische Christen. Der Unterbezirk Basel zählt etwa 2400 Mitglieder.

Lehre
Die Neuapostolische Kirche versteht sich als Fortsetzung der christlichen Urkirche. Sie kennt die drei von Gott verordneten Sakramente: die Heilige Wassertaufe, das Heilige Abendmahl und die Spendung des Heiligen Geistes (Versiegelung). In der Wassertaufe schliesst Gott mit den Gläubigen einen Bund; durch Handauflegung eines Apostels empfangen sie den Heiligen Geist – wie dies auch bei den ersten Christen geschah. Beim Heiligen Abendmahl erfahren sie eine innige Gemeinschaft mit Jesus Christus. Der Seelsorger öffnet sich im Gottesdienst dem Heiligen Geist, um frei und ohne Manuskript das Evangelium zu verkündigen. So bereiten sich neuapostolische Christen auf die Wiederkunft Jesu Christi und das anschliessende Friedensreich vor, das der Anfang einer neuen Zeit sein wird.

Die Neuapostolische Kirche ist nicht Mitglied der ökumenischen Bewegung. Es findet aber ein Informationsaustausch zwischen Kirchenvertretern der Neuapostolischen Kirche und anderen Kirchen und Religionsgemeinschaften statt.

Organisation, Finanzen
Die Struktur der Neuapostolischen Kirche ermöglicht ein Minimum an zentraler Kontrolle. Auf spezifische regionale Gegebenheiten kann optimal eingegangen werden. Die einzelnen Länder sind weltweit 27 Bezirken zugeteilt, die von Bezirksaposteln geleitet werden. Diese treffen sich dreimal jährlich mit dem Stammapostel zu einer internationalen Konferenz. Der Bezirksapostel prägt seinen Zuständigkeitsbereich so, dass die Einheit der Glaubenslehre und -praxis gewährleistet ist. Innerhalb des jeweiligen Bezirkes sind weitere Apostel tätig. Sie führen und unterstützen die übrigen Seelsorger in ihren Aufgaben. Die Apostelbezirke sind in Unterbezirke gegliedert, welche von einem Bezirksvorsteher geleitet werden. Jede Gemeinde besitzt einen Gemeindevorsteher, der in seiner Arbeit durch Priester und Diakone unterstützt wird. Frauen sind in der Kirche voll integriert. Sie tragen zwar keine Ämter, haben aber verschiedenste Funktionen inne, wie Lehrerin, Dirigentin, Organistin, Krankenpflege usw. Die Aufnahme neuer Mitglieder erfolgt durch einen formellen Akt im Gottesdienst, bei welchem die Wassertaufe gespendet oder – sofern in einer anderen christlichen Kirche vollzogen – bestätigt wird.

Mit freiwilligen Spenden tragen die Mitglieder zu einer soliden finanziellen Basis der Kirche bei. Ein Teil der finanziellen Mittel fliesst in Gegenden, in denen der neuapostolische Glaube erst verbreitet wird oder in denen die dortigen Gläubigen nur über beschränkte finanzielle Mittel verfügen. So kann innerhalb der Kirche das weltweit bestehende soziale Ungleichgewicht etwas ausgeglichen werden. Die Rechnungsablage erfolgt durch den verantwortlichen Bezirksapostel. Selbstverständlich wird die Rechnung vorher von einer unabhängigen Revisionsstelle geprüft und anschliessend von den durch Mitglieder gewählten Delegierten abgenommen.

Angebote, Auftreten in der Öffentlichkeit
Regelmässige Gottesdienste am Sonntagmorgen und Mittwochabend; Sonntagsschule; Religionsunterricht; Konfirmandenunterricht; Jugendabende und Jugendgottesdienste; Jugend-, Gemeinde- und Bezirksveranstaltungen; Seniorengruppen.

Die Seelsorge ist ein wesentlicher Bestandteil der kirchlichen Aktivitäten. In den meisten Gegenden besteht deshalb ein weitverzweigtes Angebot an seelsorgerischer Betreuung. Apostel und Bischöfe üben ihre Aufgaben in der Regel hauptamtlich aus. Die meisten neuapostolischen Seelsorger arbeiten ehrenamtlich in der Kirche und sind Laien ohne theologisches Studium. Sie gehen ihrem Beruf nach, kümmern sich um ihre Familie, halten in der Freizeit Gottesdienste und widmen sich Kranken. Jeder Seelsorger betreut ausserdem zahlreiche Familien und Alleinstehende, die er regelmässig zu Hause besucht. Die Seelsorger sind lebenserfahren und haben sich bewährt. Sie werden bei Bedarf und Eignung von Aposteln eingesetzt und begleitet. Diese Berufung erfolgt vorwiegend aufgrund göttlicher Hinweise, um die sie gebetet haben. Bewerben kann sich niemand um diese Tätigkeit. Die neu berufenen Seelsorger wachsen in ihre Aufgaben hinein und übernehmen nach und nach immer mehr Verantwortung. Ihre Fragen und Anliegen können sie jeweils mit dem vorgesetzten Seelsorger besprechen.

Der kircheneigene Verlag bietet neben einer regelmässig erscheinenden Zeitschrift eine Fülle von Erzeugnissen an, wie: Drucksachen: zum Beispiel Gesangbücher, Anleitungen und Unterrichtsmaterial, Adressbücher, Broschüren, Leitgedanken für Amtsträger.

Bild- und Tonträger: Kassetten, CD’s und Videos über Chorvorträge und kirchliche Veranstaltungen.

In der Missionsarbeit und in den Kontakten zu Regierungen, Behörden und Medien legt die Neuapostolische Kirche Wert auf offene und ehrliche Beziehungen. In praktisch allen Ländern der Erde haben Missionare der Neuapostolischen Kirche ihren Glauben bekanntgemacht. Sie verweisen auf Jesus Christus als Ursprung ihres Glaubens und verkündigen das Wort Gottes mit Überzeugung.

Auch im Bezirk Schweiz wird auf offene und freundliche Beziehungen zur Öffentlichkeit, zu Mitbürgern, Medien und Behörden Wert gelegt. Jeder ist immer herzlich wilikommen zu den Gottesdiensten oder sonstigen Veranstaltungen.

Literatur, Zeitschrift
Die Neuapostolische Kirche (Broschüre). Zürich: Neuapostolische Kirche Schweiz, 1995.
Lebende Apostel, lebendiges Evangelium. Zürich: Neuapostolische Kirche Schweiz, 1995.
Andreas Fincke. Die Neuapostolische Kirche im Umbruch. Zwischen Wachstum und Reformstau. Berlin: EZW-Texte, 1999. 46 S.

Im kircheneigenen Verlag Friedrich Bischoff GmbH,
Postfach 11 02 42, D-60037 Frankfurt erscheint regelmässig in ca. vierzehntägigem Abstand in deutscher Sprache «Unsere Familie», die Zeitschrift der Neuapostolischen Kirche. Für anderssprachige Ausgaben gelten andere Erscheinungszyklen.

[int.Nr.: 1003]

Aktualisiert: 1.2.2005