Christliche Wissenschaft / Kirche Christi, Wissenschafter
Christian Science / Church of Christ, Scientist

Kontakt
Kirchenführungen und lokale Information:
Jürg Eichenberger, Pfeffergässlein 13, 4051 Basel.
Telefon 061 261 27 12.

http://www.christianscience.ch/

Geschichte
1875 Mary Baker Eddy (1821–1910) veröffentlicht die erste Fassung des Lehrbuchs der Christlichen Wissenschaft: «Wissenschaft und Gesundheit mit Schlüssel zur Heiligen Schrift».

1879 Gründung der Kirche Christi, Wissenschafter (1889 aufgelöst).

1895 Gründung der «Mutterkirche» mit Kirchenrecht «Handbuch Der Mutterkirche»; unter diesen Regeln und Satzungen entstehen nach und nach selbstverwaltete «Zweigkirchen» in der ganzen Welt.

1898 Gründungs- und Treuhandurkunde der Christlich-Wissenschaftlichen Verlagsgesellschaft.

1907 Erstmals Christliche Wissenschafter in Basel.

1913 Gründung einer Christlich-Wissenschaftlichen Vereinigung in Basel.

1934 Gründung von Erster Kirche Christi, Wissenschafter, Basel.

Von der Gemeinschaft werden keine Zahlen veröffentlicht. Die Basler Gemeinde hat schätzungsweise 60-80 Mitglieder und etliche Anhänger, die nicht Kirchenmitglieder sind. Die Mitgliederzahl ist rückläufig. Die Gottesdienste werden von etwa 30 bis 50 Personen meist mittleren Alters besucht.

Lehre
Die Christliche Wissenschaft, in ihrem Eigenverständnis als das wissenschaftliche Erfassen der Christus-Idee, geht davon aus, dass ein ehrerbietendes, liebevolles und fortschreitendes Verständnis Gottes als göttliche Liebe, als allmächtigen Vater-Mutter und als allerhabenes Gemüt, Erlösung und Heilung als mitfolgende Zeichen mit sich bringt. Heilung gilt als «Demonstration» des verstandenen und verinnerlichten Christus.

Kernzitate: «Ihr werdet die Wahrheit erkennen, und die Wahrheit wird euch frei machen.» (Jh. 8: 32), «Wer mir nachfolgt, der wird das Licht des Lebens haben.» (Jh. 8: 12), «Wie du, Vater, in mir bist und ich in dir, so sollen auch sie in uns sein.» (Jh. 17: 21), «Macht Kranke gesund, weckt Tote auf, macht Aussätzige rein, treibt böse Geister aus. Umsonst habt ihr’s empfangen, umsonst gebt es auch.» (Mt. 10:8).
Es gibt keine offizielle ökumenische Tätigkeit der Basler Kirche. Gottesdienste, Sonntagsschule, Leseraum, Vorträge und Besuche bei Heilpraktikern stehen aber allen Interessierten offen.

Organisation, Finanzen
Es gibt einen Verein nach dem ZGB, der demokratisch und hierarchielos organisiert ist. Er untersteht dem Vereinsrecht, dem «Handbuch Der Mutterkirche» und den eigenen Statuten. Es handelt sich um eine Laienkirche, in der Frau und Mann theoretisch und praktisch gleichgestellt sind. Die Ämter werden durch Wahlen in der Mitgliederversammlung besetzt. Die Mitgliedschaft kann ab 16 Jahren schriftlich beantragt werden. Die Aufnahme wird von den Mitgliedern beschlossen.

Die Mitglieder zahlen einen jährlichen Beitrag. Dazu kommen die Kollekte in den Sonntagsgottesdiensten, Spenden und Legate. Die lokale Gemeinde bestimmt selbst über die Finanzen und die Kirchenangelegenheiten. Die Jahresrechnung wird an der Jahresversammlung zur Genehmigung vorgelegt.

Versammlungslokal, Angebote, Auftreten in der Öffentlichkeit
Das Kirchengebäude am Picassoplatz 2 in Basel wurde 1935/36 von O.R. Salvisberg erbaut. Der Kirchenraum hat 800 Plätze. Das Gebäude selbst dient als Schmuck, sonst ist es nüchtern gehalten. Es steht unter Denkmalschutz. Neben dem Kirchenraum gibt es einen Sonntagsschulsaal, eine Bibliothek mit Leseraum und administrative Räume.

Gottesdienste: Sonntag 10.00, Mittwoch 20.00; die Predigten bestehen ausschliesslich aus Zitaten aus der Luther-Bibel und aus dem Lehrbuch der Christlichen Wissenschaft; sie werden von gewählten Lesern vorgelesen. Dazu gibt es Gebete, Lieder, Kirchennachrichten und am Mittwoch Heilungszeugnisse.

Sonntagsschule für Kinder und Jugendliche (3 bis 20 Jahre): 10.00 Uhr.

Ein bis zwei Vorträge jährlich zur einfachen öffentlichen Darstellung der Christlichen Wissenschaft.

Die Diakonie ist nicht institutionalisiert, sie geschieht individuell.

Die Seelsorge geschieht durch die Mitglieder untereinander und durch selbständige, voll- und teilzeitliche Heilpraktikerinnen und Heilpraktiker. Die Seelsorge umfasst christlich-geistiges Heilen und christlich-wissenschaftliche Unterstützung.

Der Leseraum und die Bibliothek sind am Mittwoch von 10.00–20.00 geöffnet. Neben der Ausleihe wird christlich-wissenschaftliche Literatur auch verkauft.

Die Gottesdienste werden im «Basel live» eingetragen, zudem gibt es Inserate für Vorträge. Dies sind die einzigen Formen öffentlicher Ankündigung.

Literatur, Zeitschriften
Mary Baker Eddy: «Wissenschaft und Gesundheit mit Schlüssel zur Heiligen Schrift. Science and Health with Key to the Scriptures». 1875, letzte Revision 1910 (deutsch 1999). 700 S., mehrere Nachdrucke und Übersetzungen, gebunden und Paperback.

Louise Smith: «Mary Baker Eddy, Entdeckerin und Begründerin der Christlichen Wissenschaft». Boston, 1992. 162 S., Paperback.

The Christian Science Journal. Christian Science Sentinel. Vierteljahrsheft der Christlichen Wissenschaft – Bibellektionen. Der Herold der Christlichen Wissenschaft. The Christian Science Monitor (Tageszeitung).

Weitere Links:
Mutterkirche in den USA:
http://www.tfccs.com

[int.Nr.: 1001]

Aktualisiert: 17.11.2004