Statistik

Die angeführten Mitgliederzahlen können nur als relativ betrachtet werden.

Kantonale Statistiken
Die offiziellen Statistiken sind nur bedingt brauchbar. Abgesehen von der unten beschriebenen Möglichkeit der Doppelmitgliedschaft sind mehrere Punkte zu beachten:

Die Baselbieter Statistik kennt nur vier Kategorien: Evangelisch-reformiert, Römisch-Katholisch, Christ-Katholisch und «Andere». Unter «Andere» werden sowohl Muslime wie Juden, Orthodoxe, sämtliche Freikirchen und Ausgetretene resp. ohne deklarierte Religionszugehörigkeit gezählt.

Die Statistik des Kantons Basel-Stadt ist differenzierter, hat aber mehrere eingebaute Stolpersteine:

  • «Protestantisch»: Es gibt in Basel-Stadt keine Kirche mit diesem Namen. Bis 1970 galten die Zahlen «einschliesslich Anhänger evangelischer Sondergemeinschaften».
  • «Mohammedaner»: Alle, die bei der Einreise als Religion «Islam» angeben, werden hier gezählt. Dabei wird nicht unterschieden zwischen Sunniten, Schiiten und Aleviten. Wenn davon ausgegangen werden kann, dass höchstens 25 Prozent in einer (sunnitisch-) islamischen Gemeinschaft engagiert sind, werden die anderen als Mitglieder wider Willen mitgezählt.
  • «Ostkirchliche Religionen»: Statistisch zwar nicht falsch, aber leider nicht hilfreich, da es immerhin fünf orthodoxe Gemeinden gibt.
  • «Konfessionslos»: Unterschiedslos werden hier jene gezählt, die aus einer der öffentlich-rechtlichen Kirchen ausgetreten sind, sowie jene, die die Angabe nach der Religionszugehörigkeit verweigert haben. Wie bei unserer Recherche zu erfahren war, verweigern auch viele freikirchliche Christen entsprechende Angaben. Die Minderheit derjenigen, die einen östlich-religiösen Weg gehen, gibt normalerweise auch keine Auskunft. Der Begriff «Konfessionslos» könnte ersetzt werden durch eine Bezeichnung wie «konfessionell nicht gebunden». Immerhin ist diese Kategorie die zahlenmässig grösste, deshalb wird zwangsläufig die Aussagekraft der ganzen Statistik dadurch relativiert.

Unterschiedliche Art des Zählens
Die öffentlich-rechtlichen Gemeinschaften zählen nach Köpfen unabhängig vom Alter. Das heisst, dass ein Kind ab der Geburt zum Beispiel als Mitglied der RKK gezählt wird, weil seine Eltern dort Mitglieder sind.

Eine spezielle Art des Zählens kennt die IRG (Israelitische Religionsgesellschaft). Sie zählt nicht nach «Seelen», sondern nach Haushalten. Wenn wir berücksichtigen, dass ein Haushalt aus einer alleinstehenden Witwe oder aber aus einer fünfzehnköpfigen Familie bestehen kann, wird ersichtlich, wie relativ entsprechende Zahlen sind.

Bei den meisten Freikirchen braucht es für die Mitgliedschaft den ausdrücklichen Willen, der Gemeinschaft anzugehören. Normalerweise geht der Aufnahme die Gläubigentaufe voraus. Deshalb werden nur die Getauften als Mitglieder gezählt. In der Regel sind die Untersechzehnjährigen statistisch nicht erfasst oder werden unter der Kategorie «Taufanwärter» oder «übrige Gottesdienstbesucher» gezählt.

Wohnort
Meistens zählen zu einer Gemeinde Menschen aus mehreren politischen Gemeinden. Das Einzugsgebiet kann mehrere Kantone und das grenznahe Ausland umfassen.

Doppelmitgliedschaft
Etliche Gemeinschaften kennen ausdrücklich oder stillschweigend die Möglichkeit, gleichzeitig zwei Religionsgemeinschaften anzugehören.

Informelle Mitgliedschaft
Nicht nur bei Freikirchen sondern bei den meisten nichtchristlichen Gemeinschaften gibt es meist nur eine informelle Mitgliedschaft. Das heisst, die Zahl der eingeschriebenen Mitglieder ist von der Zahl derjenigen, die mehr oder weniger regelmässig die Gemeinschaftszusammenkünfte besuchen oder nur bei Festen anwesend sind, weit entfernt.

Auskunftsverweigerung
Einzelne Religionsgemeinschaften verweigern jegliche Auskunft über die Mitgliederzahlen. Obwohl dies auf die ganze Recherche bezogen nur eine Minderheit ist, muss dies doch berücksichtigt werden.

[int.Nr.: pro.sta]